Behandlungs-Erfolg bei Asbesttumoren

LEIPZIG (grue). Eine kombinierte Chemotherapie aus Cisplatin und Pemetrexed kann dazu beitragen, dass Patienten mit malignem Pleuramesotheliom länger leben als Patienten, die nur Cisplatin erhalten.

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Pro Jahr bekommen in Deutschland etwa 1000 Menschen ein Pleuramesotheliom, auch als Asbesttumor bekannt. Bisher gab es gegen diesen Krebs keine Standardtherapie. Dies habe sich nun geändert, so Dr. Martin Reck vom Krankenhaus Großhansdorf bei Hamburg auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly in Leipzig. Die Einschätzung beruht auf den Ergebnissen der klinischen Studie Emphacis mit fast 450 Patienten.

In der Studie hatten auf die Kombination von Cisplatin mit dem Antifolat Pemetrexed (Alimta®) 46 Prozent der Patienten mit einer kompletten oder partiellen Remission angesprochen. Komplette Remission etwa bedeutet, dass mindestens vier Wochen keine Tumorzeichen nachweisbar sind. Die mittlere Lebenszeit nach Therapiebeginn betrug zwölf Monate. Bei Patienten, die zusätzlich Folsäure und Vitamin B12 eingenommen hatten, wurden die höchsten Ansprechraten erzielt.

"Jeder dritte Patient lebte mit der Kombitherapie noch mindestens eineinhalb Jahre", sagte Reck. Im Vergleich dazu sprachen auf die Cisplatin-Monotherapie nur 17 Prozent der Patienten an, die mittlere Überlebenszeit betrug damit nur neun Monate. "Schmerzen, Husten und Dyspnoe waren mit der Kombitherapie weniger stark ausgeprägt als mit Cisplatin allein", so Reck.

Die moderne Kombination aus einem Platinderivat plus Antifolat wird nun in einer weiteren Phase-III-Studie überprüft. In dieser Studie erhalten die Patienten zunächst drei Zyklen der Chemotherapie, werden dann operiert und abschließend bestrahlt oder nachbeobachtet. Vorstudien dazu haben ergeben, dass mit der dreistufigen Therapie bis zu 80 Prozent der Patienten eine Überlebenszeit von mindestens zwei Jahren erreichen.

Verbesserungen versprechen sich Onkologen auch mit Angiogenese-Hemmern. In einer Studie wird derzeit die Wirksamkeit des Antikörpers Bevacizumab in Verbindung mit einer Chemotherapie geprüft.



STICHWORT

Asbest

Asbest bezeichnet eine Gruppe von extrem faserigen Mineralien. Der Faserdurchmesser kann bis zu zwei Tausendstel Millimeter klein sein. Werden Asbestfasern eingeatmet, kann das zu einer chronischen Entzündung in der Lunge und zu Krebs führen. In der Theorie kann bereits eine einzige Faser ausreichen, um Krebs zu erzeugen. Das Risiko steigt, je länger und intensiver man den Fasern ausgesetzt ist. Die langen, dünnen Fasern richten sich beim Einatmen mit dem Luftstrom aus und können so die kleinsten Atemwege und die Lungenbläschen erreichen. Dort verkeilen sie sich, weil sie länger sind als diese Atemwege breit. (dpa)

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