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Reisemedizin

Dengue-Fieber grassiert in Neu Delhi

Trotz steigender Mittel im Kampf gegen die Dengue- übertragenden Mücken bekommt Neu Delhi Dengue nicht in den Griff.

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Neu Delhi hat immer noch kein Mittel gegen von Mücken übertragene Tropenkrankheiten gefunden. In der indischen Hauptstadt ist die Zahl der Patienten mit Dengue- und Chikungunya-Fieber im September stark gestiegen.

Neu Delhi hat immer noch kein Mittel gegen von Mücken übertragene Tropenkrankheiten gefunden. In der indischen Hauptstadt ist die Zahl der Patienten mit Dengue- und Chikungunya-Fieber im September stark gestiegen.

© Felipe Dana / AP Photo / dpa

NEU DELHI. In Neu Delhi werden dicht besiedelte Wohngegenden "vernebelt", von Insektenvernichtungsmittel überzogen. Der Nebel ist ein Versuch der Behörden, den Moskitos zu Leibe zu rücken, deren Zahl kurz nach der Regenzeit, die im August endet, in der Stadt sprunghaft steigt.

Neu Delhi hat trotz der beeindruckenden Wachstumsgeschichte der indischen Wirtschaft immer noch kein Mittel gegen von Mücken übertragene Tropenkrankheiten gefunden. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren war die Zahl der Toten durch Dengue-Fieber sogar besonders hoch.

Das "Knochenbrecherfieber"

Symptome von Dengue sind starkes Fieber und Kopfschmerzen, begleitet von starken Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Wegen der Gelenkschmerzen wird die Krankheit auch Knochenbrecherfieber genannt. Dengue kann sogar tödlich verlaufen, weil es die Zahl der Blutplättchen deutlich senken und im schlimmsten Fall innere Blutungen und Organversagen auslösen kann.

Bis Mitte September betrug die offizielle Zahl der Dengue-Erkrankungen in Neu Delhi knapp 1400. Hinzu kommen mehr als 2600 Fälle von Chikungunya, einer ähnlich verlaufenden, jedoch meist weniger gefährlichen Fieberkrankheit, die ebenfalls von Mücken übertragen wird. Vier Menschen sind laut Stadtverwaltung bislang an den Krankheiten gestorben.

"Damit haben wir weniger Fälle als im vergangenen Jahr", sagt A. C. Dharival, Direktor des Nationalen Kontrollprogramms für Vektorübertragene Krankheiten. Vektoren nennt man in der Medizin Organismen, die Krankheiten übertragen - also im Fall von Dengue Moskitos. Im vergangenen Jahr habe es gut 3800 Dengue-Fälle gegeben.

Reaktion der Behörden ist "peinlich und schockierend"

Allerdings gibt es Zweifel an den offiziellen Zahlen. Lokale Medien berichten von Dutzenden Dengue-Toten und mehreren tausend Erkrankungen. "Delhis Dengue-Bluff" titelt etwa die Zeitung "Hindustan Times" und berichtet, selbst Einblick in mindestens 19 Sterbeurkunden gehabt zu haben, in denen Dengue-Fieber als Todesursache stand.

Auch im vergangenen Jahr hatten Medien statt der offiziellen 3800 Fälle von mindestens 15.000 Erkrankungen berichtet und von mehr als 60 Toten.

Geht es nach dem "National Green Tribunal", einem Gericht für Umweltschutzfälle in Neu Delhi, sind vor allem die Behörden der Hauptstadt dafür verantwortlich, dass das Moskitoproblem überhand nimmt. In einer Mitteilung bezeichnete es die Reaktion der Behörden auf den jüngsten Dengue- und Chikungunya-Ausbruch als "peinlich und schockierend".

Ende Oktober ist die Brutsaison der Moskitos vorbei

Es warf der Stadtverwaltung vor, völlig unvorbereitet auf das jährlich wiederkehrende Phänomen gewesen zu sein. Kritiker der Vernebelungen sagen, dass Insektizide nur sehr kurz und sehr begrenzt wirken. Ein größeres Problem sei, dass die Moskitos sich in den Müllkippen der Stadt besonders nach der Regenzeit leicht vermehren könnten.

Geld, um dagegen vorzugehen, ist vorhanden: Als Teil der sogenannten "Mission sauberes Indien" der Zentralregierung wird zum Beispiel eine Art Solidaritätszuschlag auf verschiedene Steuern erhoben und für Reinigungsprojekte zur Verfügung gestellt. Laut einer aktuellen Studie des liberalen indischen Think-Tanks CCS hat Neu Delhi bisher aber nur einen winzigen Teil dieses Geldes ausgegeben.

Kapil Mishra, in der Hauptstadt für Wasser zuständig, hat inzwischen in einem offenen Brief dazu aufgerufen, über Parteigrenzen hinweg den Kampf gegen die Krankheiten zu unterstützen. Dazu gehört auch die Suche nach Freiwilligen für weitere Vernebelungsaktionen. Bis Ende Oktober, wenn die Brutsaison der Moskitos vorbei ist, werden die Wohnviertel Neu Delhis also weiter unter Rauch gesetzt. (dpa)

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