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Frühe Insulintherapie ist bei Diabetes von Vorteil

WIESBADEN (hbr). Insulin kann in der Therapie von Typ-2-Diabetikern frühzeitig die oralen Antidiabetika ergänzen. Im Vergleich zu einer spät einsetzenden Insulin-Monotherapie bringt dies Vorteile: Die Patienten benötigen weniger Insulin und die Einstellung kann ambulant erfolgen.

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Das sagte Professor Stephan Martin vom Deutschen Diabetes-Forschungsinstitut in Düsseldorf bei einer Veranstaltung in Wiesbaden. Der Insulin einsparende Effekt der Kombination ist mehrfach belegt, unter anderem in einer Studie mit 68 Typ-2-Diabetikern, die mit oralen Antidiabetika allein nicht mehr gut eingestellt waren. 37 Patienten erhielten sechs Monate lang weiter ihre orale Therapie (maximale Dosis eines Sulfonylharnstoffs) und zusätzlich ein Basalinsulin, 31 Patienten bekamen Basalinsulin und Placebo.

Die Insulindosis wurde gesteigert, bis die nötige Dosis erreicht war. In beiden Gruppen sank der Nüchternblutzucker ähnlich gut. Die Gruppe mit der Kombinationstherapie benötigte dafür aber weniger Insulin als die Gruppe mit Insulin-Monotherapie, sagte Martin bei einer von den Firmen B. Braun und Ratiopharm unterstützten Veranstaltung. Der Unterschied stieg über die Versuchsdauer von rund sieben auf etwa 15 Einheiten an - die Tagesdosis der Kombinationsgruppe blieb dabei stabil.

Der niedrigere Insulinverbrauch ist ökonomisch, so Martin. Gleichzeitig fällt den Patienten der Insulinstart leichter, weil die Kombinationstherapie sie langsam an das Hormon heranführt. Denn die Patienten assoziieren mit Insulinspritzen zum Beispiel oft Angst vor Gewichtszunahme oder fürchten, die Therapie könne zu kompliziert sein.

Tatsächlich kann bei intensivierter Therapie mit Basal- und Bolusinsulin ein falsches Verhalten in die Hypoglykämie führen. Etwa dann, wenn ein Patient unerwartet die ärztliche Aufforderung zu mehr Bewegung beherzigt, aber vergißt, daß dies den Blutzucker senkt. Aus Angst vor Wiederholungen meiden danach viele solche Aktivitäten, essen mehr Kohlenhydrate und nehmen dadurch zu. Bei frühem Einstieg in die Kombinationstherapie dagegen sind die nötigen Insulinmengen klein und das Hypoglykämie-Risiko ist reduziert.

Für die Praxis empfiehlt Martin, die orale Therapie fortzuführen und die Insulintherapie zum Beispiel mit der Zugabe von drei bis vier Einheiten Basalinsulin am Abend zu beginnen. Ein Start mit zehn bis zwölf Einheiten sei nicht nötig. Der frühe Beginn läßt Zeit, die Blutzuckerentwicklung zu verfolgen und die Therapie langsam aufzubauen. Das ermöglicht eine ambulante Einstellung des Patienten.

In Schritten von zwei Einheiten wird die Dosis über mehrere Wochen erhöht. Der Patient kann dabei lernen, anhand des Nüchternwertes die Dosis selbst zu steigern. Er macht Blutzucker-Selbstkontrollen und erstellt ein Tagesprofil, wenn die Insulindosis geändert wird. Werden täglich 20 bis 25 Einheiten erforderlich, sollte jedoch zur Insulin-Monotherapie übergegangen werden.

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