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Niedrige Mortalitätsrate

Geringes Risiko durch Sedierung bei Endoskopie bestätigt

Die ProSed-2-Studie hat die hohe Sicherheit der Sedierung bei der gastrointestinalen Endoskopie bestätigt. Den Ergebnissen zufolge ist bei einer von 10.000 Untersuchungen mit einem zusätzlichen kardiopulmonalen Ereignis zu rechnen.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Gastroskopie: Zur Sedierung empfehlen die Forscher Propofol.

Gastroskopie: Zur Sedierung empfehlen die Forscher Propofol.

© Mathias Ernert, Krankenhaus Eber

BERLIN. Die Sedierung während der gastrointestinalen Endoskopie schafft einen deutlichen Komfort für Patienten und Untersucher. Vor allem bei aufwändigen und langen Prozeduren gilt sie häufig als Voraussetzung für eine erfolgreiche und risikoarme Untersuchung oder Intervention.

Das zusätzliche kardiopulmonale Komplikationsrisiko durch die Sedierung wird allgemein als sehr niedrig eingeschätzt. Die Studienlage hierzu ist allerdings noch relativ uneinheitlich.

368.206 Endoskopien untersucht

In der ProSed-2-Studie wurden in 39 Studienzentren zwischen Dezember 2011 und August 2014 akute Komplikationen bei 368.206 Endoskopien prospektiv aufgezeichnet (Gut 2018, online 3. Januar).

 Zur Sedierung wurde am häufigsten Propofol verwendet, bei 62 Prozent der Patienten als einziger Wirkstoff, bei 22,5 Prozent in Kombination mit Midazolam. 10,9 Prozent der Endoskopien wurden ohne Sedierung durchgeführt, wobei bei diesen Patienten vermehrt Notfallindikationen vorlagen (11,5 vs. 5,2 Prozent).

Zur Ermittlung von Risikofaktoren wurden neben Art und Dosierung der jeweiligen Sedativa alle Komplikationen, therapeutischen Maßnahmen, Alter, Geschlecht, ASA (nach der Klassifikation der American Society of Anesthesiologists), Art und Dauer der Prozedur sowie einrichtungsbezogene Faktoren wie Zahl und Qualifikation der Untersucher dokumentiert.

Bei insgesamt 0,3 Prozent der 314.190 Endoskopien unter Sedierung waren Komplikationen aufgetreten, bei 0,01 Prozent der Patienten waren diese schwerwiegend. 28 Studienteilnehmer mussten intensivmedizinisch betreut werden, 13 starben (0,005 Prozent), wobei neun der Gestorbenen eine Notfalluntersuchung erhalten hatten.

Unter den leichteren Komplikationen traten am häufigsten Atemdepression, Hypotonie und Herzrhythmusstörungen auf.

Sedierung mit Propofol empfohlen

In der multivariaten Analyse der Registerstudie ermittelten Angelika Behrens von der Charité Berlin und Kollegen unter anderem einen ASA > 2 als unabhängigen Risikofaktor für Komplikationen (OR 2,3). Auch eine Notfalluntersuchung erhöhte das Komplikationsrisiko ebenso wie eine längere Endoskopiedauer (10–30 min: OR 1,8; 30–60 min: 3,8: > 60 min: 7,9; jeweils vs. < 10 min).

Und auch die Art der Endoskopie beeinflusste das Risiko: Am geringsten war dieses gegenüber der Ösophagogastroduodenoskopie bei Kolonoskopie und endoskopischem Ultraschall.

Unter den Sedierungsmaßnahmen hatte Propofol als Einzelsubstanz eine um 25 Prozent niedrigere Komplikationsrate als Midazolam, weshalb diese Sedierungsart Behrens und Kollegen zufolge in der Regel zu bevorzugen ist. Die Kombination aus beiden Wirkstoffen ist vergleichbar mit der Einzelgabe von Midazolam.

Midazolam plus Opiate oder andere Sedierungsmaßnahmen dagegen erhöhen das Risiko im Vergleich zu Midazolam allein um 50 Prozent.

Eine erhöhte Komplikationsrate fand sich auch in Schwerpunktzentren (+ 61 Prozent im Vergleich zur Primärversorgung). Außerdem stiegen die Risiken, wenn – vermutlich wegen eines höheren Aufwandes während der Untersuchung – außer der üblichen Besetzung aus Endoskopierer und Assistent eine weitere Person für die Sedierung hinzugezogen wurde (OR 1,4–4,5).

Die Untersuchung von Behrens und Kollegen bestätigte die Seltenheit akuter Komplikationen und die sehr niedrige Mortalitätsrate im Zusammenhang mit der Sedierung während der gastrointestinalen Endoskopie. Bei 12 der 13 verstorbenen Patienten waren jeweils mindestens drei Risikofaktoren identifiziert worden.

Deren Kenntnis, so die Studienautoren, ermögliche künftig eine noch bessere Planung und ein risikoadaptiertes Management für entsprechende Patienten.

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