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HbA1c wohl bald in neuem Gewand

AMSTERDAM (ob). HbA1c in Prozent, Blutzucker in mg/dl oder mmol/l - noch sind Diabetiker ständig mit unterschiedlichen Maßeinheiten konfrontiert. Jetzt zeichnet sich ab, dass Ärzte bald ihren Patienten sowohl den aktuellen Blutzuckerwert als auch den Wert für die Langzeit-Therapiekontrolle in einheitlicher Form präsentieren können.

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Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird HbA1c, der Anteil des glykierten am gesamten Hämoglobin, für die Therapiekontrolle bei Diabetikern verwendet. Der HbA1c-Wert gilt als Index für den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel innerhalb der vorausgegangenen zwei bis drei Monate.

Neue Referenzmethode zur Standardisierung der Messung

Vor einigen Jahren ist ein neues Verfahren entwickelt worden, das HbA1c spezifisch und damit präziser als herkömmliche Methoden misst. Dieses Verfahren zur Messung des "wahren" HbA1c ist von der IFCC (International Federation of Clinical Chemistry) zur neuen Referenzmethode gewählt worden.

Die größere Präzision hat zur Folge, dass die nach IFCCStandard ermittelten HbA1c-Werte durchgängig um etwa 1,5 bis zwei Prozentpunkte niedriger sind als bei Messung nach herkömmlichem Standard. Die neue Referenzmethode kommt allerdings nicht im Laboralltag zum Einsatz, sondern dient ausschließlich der Kalibrierung verfügbarer HbA1c-Messverfahren.

In einer Ende August veröffentlichten Konsensus-Erklärung haben sich die Diabetes-Fachgesellschaften in Europa (EASD) und den USA (ADA) gemeinsam mit IFCC und IDF (International Diabetes Federation) darauf geeinigt, die HbA1c-Messungen weltweit nach der IFCC-Referenzmethode zu standardisieren. Die Messwerte sollten danach künftig in dreifacher Form, nämlich in mmol/mol (IFCC-Maßeinheit) sowie in gewohnter Weise (in Prozent) angegeben werden. Als dritte Option wird die Angabe eines aus HbA1c abgeleiteten durchschnittlichen Blutzuckerwerts (ADAG-Wert, HbA1c derived average glucose) in Aussicht gestellt - dies jedoch vorbehaltlich des Ausgangs der ADAG-Studie.

Denn in dieser Studie soll auf Basis intensiver Messungen der definitive Nachweis geführt werden, dass der HbA1c-Wert tatsächlich Repräsentant des durchschnittlichen Blutzuckerwerts in den der Messung vorausgegangenen Wochen ist. Insgesamt 700 Probanden - davon 600 Diabetiker und 100 Nicht-Diabetiker - haben ihren Blutzucker drei Monate lang engmaschig sowohl auf konventionelle Weise als auch wiederholt per kontinuierlichem Monitoring gemessen.

Enge Korrelation von HbA1c mit Durchschnittsblutzucker

In Amsterdam wurden nun die ADAG-Ergebnisse nach Auswertung der Daten von 427 Studienteilnehmern präsentiert. Die noch ausstehenden Analysen werden nach Einschätzung der Autoren am Hauptergebnis nichts Wesentliches ändern.

Nach der Zwischenanalyse sind HbA1c und Blutzuckerspiegel tatsächlich sehr eng miteinander korreliert. Diese Korrelation bietet nach Auffassung der Autoren eine solide Basis, um den HbA1c-Wert in den Blutzuckerwert zu transformieren. Eine Vorschrift, demnächst den Durchschnittsblutzucker bei der Erörterung der Glykämiekontrolle mit den Patienten zu verwenden, wird es nicht geben. Der Wunsch, dass die Ärzte diesen für Patienten anschaulicheren Parameter wählen und zum neuen Goldstandard der Therapiekontrolle machen, besteht aufseiten der Diabetes-Gesellschaften aber schon.

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