Sportmedizin

Kammer mahnt zu Wachsamkeit beim Doping

DÜSSELDORF (kab). Der Missbrauch von Dopingsubstanzen hat längst auch Freizeitsportler erfasst. Mindestens 200 000 Hobby-Athleten nehmen solche Substanzen ein, sagte Dr. Arnold Schüller von der Ärztekammer Nordrhein.

Veröffentlicht: 14.06.2007, 08:00 Uhr

Vielen seien die gesundheitsschädlichen Auswirkungen der Substanzen gar nicht bewusst. Niedergelassene Ärzte rief er zu mehr Wachsamkeit auf. "Wir brauchen eine Art Erkennungsdienst in der Praxis."

Einige Hausärzte unterstützten Doping unbewusst, erklärte Schüller. Vorsicht sei etwa geboten, wenn Patienten immer wieder nach ephedrinhaltigen Hustensäften fragten. Die Zahl der "Drogendealer im weißen Kittel", die aktiv Doping fördern, sei aber sehr klein. Meist würden die Mediziner mit dem Thema konfrontiert, wenn die Sportler mit entsprechenden Krankheiten wie Anabolika-Akne in die Praxis kommen.

Dopingsubstanzen werden nicht nur genutzt, um beim Marathon oder Volks-Radrennen besser abzuschneiden, erklärte Dr. Hans Geyer, Geschäftsführer des Zentrums für präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln. Bei einer Untersuchung in Kölner Jugendzentren griffen sieben Prozent zu Anabolika. "Sie nehmen das aus ästhetischen Gründen", so Geyer. Außerdem seien einige Substanzen als Schlankheitsmittel beliebt.

"Doping ist ein Problem der Leistungsgesellschaft an sich", sagte Jörg Björesson. Der ehemalige Bodybuilder hat selbst gedopt, mittlerweile hat er die Initiative Dopingfreier Sport gegründet. Besonders über das Internet seien die Mittel für Jugendliche problemlos erhältlich. Er fordert daher mehr Aufklärungskampagnen.

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