Kein Hinweis auf erhöhtes KHK-Risiko bei Glitazon

MÜNCHEN (kat). Keine Hinweise auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei Rosiglitazon - so ist die Bilanz aus den Ergebnissen mehrerer Studien vom vergangenen Jahr. Dieses Fazit zieht Professor Richard Nesto aus Burlington im US-Bundesstaat Maryland nach Betrachtung der vorliegenden Daten.

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Eine Metaanalyse hatte zunächst für Verunsicherung und dann auch für einen Warnhinweis für Rosiglitazon gesorgt. Denn die Rate von kardiovaskulären Ereignissen schien bei Rosiglitazon um 200 Prozent erhöht zu sein.

Bei exakter Analyse habe sich aber herausgestellt, dass es tatsächlich nur 43 Prozent gewesen seien, so Nesto. Nach und nach seien weitere Studien und die Datenbankanalyse einer Krankenversicherung hinzugekommen, die die Sorgen weiter abbauten, sagte Nesto bei einem Symposium von GlaxoSmithKline zum Diabetes-Kongress in München. Denn keine der Datenanalysen habe Hinweise auf vermehrte Infarktraten, Hospitalisierungen wegen Infarkten oder Revaskularisierungsmaßnahmen, Herzinsuffizienz-bedingte Todesfälle oder eine erhöhte kardiovaskuläre Sterberate ergeben.

Zum Beispiel unterschied sich in der RECORD*-Studie nach 3,8 Jahren die Rate für Myokardinfarkt plus Schlaganfall plus kardiovaskuläre Todesfälle bei Rosiglitazon nicht von der mit Metformin/Sulfonylharnstoff. Eine Herzinsuffizienz sei allerdings häufiger, so Nesto. Sie kam bei 1,7 Prozent der Patienten mit Rosiglitazon und 0,8 Prozent mit Metformin/Sulfonylharnstoff vor. Da diese meist durch eine Flüssigkeitsretention bedingt sei, sei sie relativ benigne und bilde sich nach Absetzen zurück.

Das individuelle Risiko ließe sich zudem an der Vorgeschichte eines Patienten abschätzen. Grünes Licht gab Nesto für Patienten ohne kardiovaskuläre Erkrankung oder Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte; hier liege das Risiko bei 1 pro 400 bis 500 behandelte Patienten im Jahr. Und Grünes Licht gab Nesto zudem für KHK-Patienten, bei denen das Risiko bei etwa 1 pro 200 bis 300 behandelte Patienten pro Jahr betrage. Etwas vorsichtiger müsse man bei Patienten ohne chronische Herzinsuffizienz, aber mit Infarkt oder einer Auswurfffraktion von unter 35 bis 40 Prozent sein. Hier müsse die Flüssigkeitsretention häufig kontrolliert werden, weshalb für diese Situation gelbes Licht zu geben sei.

Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz sollten nicht mit Rosiglitazon behandelt werden. Eine Kontraindikation gelte zudem für Herzinsuffizienz-Patienten im NYHA-Stadium III oder IV.

Auch die Sorge um möglicherweise erhöhte LDL-Spiegel bei der Therapie mit Rosiglitazon scheinen unbegründet, wie die VICTORY-Studie nahe legt. Über zwölf Monate kam es bei Bypass-Patienten mit optimaler Einstellung des Typ-2-Diabetes und der traditionellen Risikofaktoren zu keinem Anstieg des LDL-Cholesterins bei Rosiglitazon im Vergleich zu Placebo. Zumindest bei Statin-behandelten Patienten gäbe es also keine ungünstigen Effekte auf das Lipidprofil, so Nesto.

*RECORD: Rosiglitazone Evaluated for Cardiovascular Outcomes

*VICTORY: VeIn-Coronary aTherOsclerosis and Rosiglitazone after bypass surgerY

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