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Arthrose

Knie-TEP nach Meniskektomie?

Patienten mit Kniearthrose oder Risikofaktoren dafür, bei denen eine Meniskusläsion chirurgisch behandelt wird, benötigen später öfter einen Gelenkersatz als konservativ versorgte Patienten.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:

NIJMEGEN. Bei Patienten mit degenerativen Meniskusläsionen mehrt sich die Evidenz für ein primär konservatives Vorgehen. Auch eine aktuelle Analyse des Osteoarthritis-Initiative- (OAI)-Registers fällt in diesem Sinne aus: Die Teilnehmer hatten ein dreifach erhöhtes Risiko für eine spätere Kniegelenkersatz-Operation, wenn ein Meniskusschaden nicht konservativ, sondern arthroskopisch behandelt worden war (Osteoarthr Cartil 2016; online 3. Oktober).

In das OAI-Register wurden von 2004 bis 2006 insgesamt 4674 Patienten aufgenommen, die schon eine symptomatische Gonarthrose hatten (Kellgren-Lawrence-Grad = 2) oder aufgrund von Risikofaktoren wie Alter, Knieschmerzen, Übergewicht oder früheren Knieschäden ein erhöhtes Risiko dafür aufwiesen.

335 Teilnehmer unterzogen sich während der Beobachtungszeit von im Mittel 108 Monaten einer arthroskopischen Meniskus-Op, davon 27 beidseits.

63 von ihnen (18,8 Prozent) erhielten später eine Knie-TEP. In der gleich großen Vergleichsgruppe von Patienten, bei denen trotz ähnlicher Voraussetzungen keine Meniskektomie vorgenommen worden war, belief sich die Zahl der Knie-TEP-Operationen auf 38 (11,1 Prozent).

Gelenkersatzrisiko dreifach erhöht

Das entsprach gemäß Cox-Regression einem dreifach erhöhten Gelenkersatzrisiko nach Arthroskopie (Hazard Ratio 3,03, 95%-Konfidenzintervall 1,67–5,26).

Da es sich um das Ergebnis einer Beobachtungsstudie handelt, lässt sich trotz Propensity Score Matching nicht ausschließen, dass relevante Eigenschaften der einander gegenübergestellten Patienten nicht erfasst und abgeglichen wurden. Das heißt, Patienten mit Meniskektomie hätten möglicherweise auch ohne diesen Eingriff schneller eine Endoprothese benötigt.

Zudem ist die Kniegelenkersatz-Op kein standardisierter Studienendpunkt, der nur von dem Fortschreiten der Arthrose abhängig ist.

Dennoch sehen die Studienautoren um Jan J. Rongen von der Universität Nijmegen durch ihre Beobachtung "die Sorge untermauert, dass Patienten, die sich einer arthroskopischen Meniskektomie unterziehen, ein erhöhtes Risiko für eine Progression der Arthrose und einen Gelenkersatz haben".

Diese potenziellen Folgen müssten Patienten und Ärzte bei der Auswahl einer Therapie mit in die Nutzen-Risiko-Abwägung aufnehmen.

In der deutschen Leitlinie von 2015 wird für Patienten mit degenerativem symptomatischem Meniskusschaden eine arthroskopische Therapie dann empfohlen, wenn Einklemmungsbeschwerden bestehen, aber keine relevante Knorpeldegeneration (Kellgren-Lawrence-Grad 0-1) vorliegt oder bei höhergradiger degenerativer Knorpelveränderung (Kellgren-Lawrence-Grad 3-4) Blockierungsphänomene bestehen.

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