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Leitlinien

Mit der Umsetzung hapert es oft

Eine repräsentative Umfrage zur Prophylaxe der Chemotherapie-induzierten febrilen Neutropenie zeigt: Es gibt wenig Adhärenz bei der Implementierung von Leitlinien.

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BERLIN. Wie schwierig es ist, Leitlinien in den Alltag zu implementieren, zeigte Professor Hartmut Link von der Medizinischen Klinik des Westpfalz-Klinikums in Kaiserslautern bei der ASORS-Tagung in Berlin anhand des Beispiels "Prophylaxe der Chemotherapie-induzierten febrilen Neutropenie" auf.

Für die Prophylaxe der febrilen Neutropenie gibt es Empfehlungen unter anderem der EORTC (European Organisation for Research and Treatment of Cancer) (Eur J Cancer 2011; 47(1): 8-32).

Danach sollte abhängig vom Risiko des Patienten, eine febrile Neutropenie zu entwickeln, eine Prophylaxe mit G-CSF (Granoluzyten-Kolonie stimulierende Faktoren) durchgeführt werden. Dieses Risiko ist unter anderem abhängig von der Art der Chemotherapie sowie patientenbezogenen Faktoren wie Alter, Erkrankungsstadium, Geschlecht.

In einer repräsentativen Umfrage wurden in einem Zeitraum von einem Jahr in 104 Kliniken und 109 Praxen das Verordnungsverhalten im Hinblick auf die G-CSF-Prophylaxe bei Patienten mit Lungenkarzinomen, malignen Lymphomen und Mammakarzinomen dokumentiert.

Die Umfrage offenbarte eindeutig eine schlechte Leitlinienadhärenz. So wurde beispielsweise bei Patienten mit Lungenkarzinom selbst bei hohem Neutropenie-Risiko in insgesamt 875 Chemotherapiezyklen nur in 13,9 Prozent der Fälle eine adäquate Neutropenie-Prophylaxe durchgeführt.

Etwas besser seien die Daten bei Lymphomen und bei Brustkrebs. Die Gründe, so Link, seien komplex. Der Experte fordert daher für die Zukunft, dass Leitlinien auch Qualitätsindikatoren und Kriterien für die optimale Akzeptanz und Umsetzung enthalten sollten. (db)

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