Neue Therapie-Option für Patienten mit Pankreas-Karzinom

MÜNCHEN (wst). Seit kurzem ist der Enzymhemmer Erlotinib in Kombination mit Gemcitabin auch zur Behandlung von Patienten mit Pankreas-Ca zugelassen.

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Das metastasierte nichtkleinzellige Bronchial-Ca war bisher die einzige Indikation für das Medikament. Basis für die Zulassungserweiterung sind Daten einer Studie mit fast 570 Patienten.

Die Patienten der Phase-III-Studie hatten ein lokal fortgeschrittenes oder ein metastasiertes Pankreas-Ca. Jeweils etwa 290 Patienten wurden entweder mit Gemcitabin als Standardtherapie plus täglich 100 mg Erlotinib (Tarceva®) oral oder mit der Standardtherapie plus Placebo behandelt.

Die Ansprech-Rate lag bei etwa 58 Prozent in der Erlotinib- und bei 49 Prozent in der Kontrollgruppe, wie Professor Volker Heinemann vom Uni-Klinikum München-Großhadern bei der Einführungspressekonferenz von Roche Pharma berichtet hat. Die Daten zur kompletten und partiellen Remission sowie zur Krankheitsstabilisierung waren dabei zusammengefaßt worden.

Die mittlere progressionsfreie Zeit lag mit Erlotinib bei 3,8 Monaten, mit Placebo bei 3,6 Monaten. Und statt 5,9 Monate mit Placebo überlebten die Patienten in der Verum-Gruppe im Median 6,4 Monate. Die Studie hat auch ergeben, dass mit Erlotinib immerhin 24 Prozent der Patienten mindestens noch ein Jahr lebten, ohne den Enzymhemmer jedoch nur 17 Prozent.

Häufigste unerwünschte Wirkung war mit 72 Prozent ein vorübergehender Hautausschlag. Diese Veränderung ist zugleich offenbar ein Zeichen für ein gutes Ansprechen auf die Behandlung. Denn von den 103 Patienten, die in den ersten Wochen der Erlotinib-Therapie einen stärkeren Hautausschlag - ähnlich einer ausgeprägten Akne - entwickelten, lebten 43 Prozent mindestens noch ein Jahr.

Da duktale Pankreaskarzinome lange Zeit symptomlos voranschreiten, werden über 90 Prozent aller davon betroffenen Patienten erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die Prognose dieser Patienten ist extrem schlecht. Nach fünf Jahren leben von den Patienten, bei denen eine Operation möglich ist, noch 15 Prozent, bei Patienten mit Metastasen sind es jedoch nur noch 1,8 Prozent.



STICHWORT

Erlotinib

Erlotinib besetzt selektiv, aber reversibel intrazellulär einen Abschnitt des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR). Dieser wird bei vielen Tumoren übermäßig synthetisiert. Folge der Erlotinib-Anheftung ist, dass die Weiterleitung von Wachstumssignalen an den Zellkern unterbrochen und das Zellwachstum gehemmt wird. Die Tumorzellen werden zudem empfindlicher für die Chemo- und Radiotherapie. (wst)

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