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Schilddrüsen-Knoten

Operation oftmals unnötig

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Ultraschalluntersuchungen, Computertomografie und Magnetresonanztomografie bringen häufig Schilddrüsenknoten zutage. Meist ist eine Op aber nicht nötig.

MANNHEIM. Im "Screeningland Deutschland", wie es Professor Thomas J. Musholt, Leiter der Endokrinen Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz, auf dem Internistenkongress nannte, finden sich Schilddrüsenknoten von einem Durchmesser über 1 cm bei 5,3 Millionen Männern und neun Millionen Frauen.

Demgegenüber liegt die Inzidenz von Schilddrüsenkarzinomen "nur" bei 5000 bis 10.000, stationär sterben jährlich nach der DRG-Statistik gut 200 Patienten an einem Schilddrüsenkarzinom.

Eine großzügige Operationsindikation ist notwendig bei schnellem Knotenwachstum, Kompressionszeichen wie Heiserkeit und Stridor, Schilddrüsenkarzinomen in der Familie und einer früheren Bestrahlung des Halses, zählte Professor Ernst Georg Brabant, Bereichsleiter Experimentelle Endokrinologie der Uniklinik Schleswig-Holstein in Lübeck, auf. Ansonsten müssen Knoten vorrangig beobachtet werden, betonte er.

Die Diagnostik ist derzeit schwierig. Im Ultraschall gibt es eine Reihe von Hinweisen auf Malignität, zum Beispiel ein unscharfer, schlecht abgrenzbarer Rand, eine unregelmäßige Form, das Fehlen eines Halozeichens, eine Hypervaskularisierung im Rand- und Binnenbereich und vergrößerte zervikale Lymphknoten. Der prädiktive Wert ist aber laut Brabant nicht ausreichend.

Selten negative Folgen chirurgischer Intervention

Bei Verdacht ist immer eine Feinnadelaspirationsbiopsie notwendig, die aber einen hohen Anteil benigner Befunde oder seltener auch nicht behandlungsbedürftige papilläre Mikrokarzinome zutage fördert.

Es gibt auch ein Mengenproblem. "Wenn bei über 65-jährigen Deutschen mehr als 50 Prozent, bei noch älteren über 70 Prozent Knoten aufweisen ist klar: Die kann man nicht alle biopsieren", betonte Brabant in Mannheim. Er erhofft sich von molekularbiologischen Methoden zukünftig eine sichere und nicht invasive Diagnostik

Insgesamt plädierte er für eine zurückhaltende Indikationsstellung zur Operation, auch wegen der nicht so seltenen negativen Folgen chirurgischer Interventionen: Immerhin einer von 50 Patienten habe nach der Operation ein anhaltendes Problem, etwa eine Verletzung des superioren Asts des Nervus laryngeus mit einer raschen Ermüdung der Stimme, Problemen bei hohen Tönen und Dysphagie.

Der Chirurg Musholt wies den Vorwurf, in Deutschland werde die Schilddrüse zu häufig operiert, zurück. Die Zahl der Resektionen gehe deutlich zurück.

Kalte Knoten seien heute beispielsweise nicht mehr per se eine Operationsindikation. Vor dem Eingriff werde auch mit dem Patienten über alle Möglichkeiten, auch die nichtoperativen gesprochen. (fk)

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Kommentare
Franz Schorpp 22.04.201508:33 Uhr

Schilddrüsen - Knoten

Bei mir wurden vor Jahren zwei Knoten in der Schilddrüse entdeckt. Da bereits eine Überfunktion vorhanden war und die Drüse eine Größe von 50 ml hatte, wurde eine OP empfohlen. Ich habe mich für die unblutige Methode, die Radio-Jod-Therapie entschieden und bin damit sehr gut gefahren. Die Schilddrüse hat sich auf 25 ml zurückgebildet auch die Knoten sind kleiner geworden.Die Radio-Jod-Therapie würde ich jederzeit wieder einer OP vorziehen.

Franz Schorpp

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