Adipositas

Rimonabant läßt viszerales Fett um ein Drittel schmelzen

ATLANTA (gvg). Mit Rimonabant nehmen übergewichtige Patienten nicht nur ab. Unabhängig davon scheint die Substanz auch ihr Lipidprofil zu verbessern.

Veröffentlicht: 14.03.2006, 08:00 Uhr

Professor Luc Van Gaal von der Universität Antwerpen in Belgien erläuterte diese Effekte auf dem ACC-Kongreß in Atlanta mit Daten aus den RIO-Studien. In diesen insgesamt vier Untersuchungen wurden übergewichtige Patienten mit und ohne Komorbiditäten mit dem Endocannabinoid-Blocker Rimonabant oder mit Placebo behandelt.

Nach einem Jahr Therapie war der Hüftumfang bei jenen Patienten, die täglich Rimonabant erhalten hatten, um 8,5 cm kleiner im Vergleich zu 4,5 cm mit Placebo. "Dies entspricht einer Verringerung der mit dem CT gemessenen viszeralen Fettmasse von 34 Prozent", so Van Gaal auf dem von Sanofi-Aventis unterstützten Symposium in Atlanta.

Metabolisch führte die Therapie mit 20 mg Rimonabant zu einer Zunahme des HDL-Cholesterinwerts um im Mittel 9,4 Prozent und zu einer Verringerung des Triglyzeridwerts um im Mittel 15,3 Prozent. Würden andere Studien zur Gewichtsreduktion als Vergleich herangezogen, sei jeweils nur etwa die Hälfte dieses Effekts durch die Gewichtsabnahme alleine zu erklären, so Van Gaal.

Ähnliches ergab die "Rio Diabetes"-Studie, die sich speziell übergewichtigen Patienten mit Diabetes mellitus widmete. Hier kam es unter Rimonabant-Behandlung zu einem metabolisch günstigen Anstieg des Adiponectin-Werts von 6,4 auf 8,1 Mikrogramm pro Milliliter. Adiponectin ist ein Botenstoff des Fettgewebes, der blutzuckersenkend wirkt.

Ähnlich wie beim HDL-Cholesterin seien hier nur etwa 57 Prozent des Anstiegs mit der Gewichtsreduktion erklärbar, so Van Gaal. Auch der HbA1c-Wert entwickelte sich unter Rimonabant-Therapie günstig und fiel um 0,7 Prozent. Auch das ist Van Gaal zufolge nur zur Hälfte durch Gewichtsverlust zu erklären.

Mögliche Mechanismus für die gewichtsunabhängigen Effekte von Rimonabant seien direkte Wirkungen auf Fettgewebe und Leber. So bremse die Substanz im Tierversuch die Fettsäuresynthese.

Die Zulassung von Rimonabant erfolgt voraussichtlich in diesem Jahr.

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