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Depressionen und Co

Schmerzen machen das Gemüt krank

Patienten, die wegen chronischer muskuloskeletaler Schmerzen ihren Hausarzt aufsuchen, leiden oft auch an affektiven Störungen und Schlafproblemen. Erkannt wird das nur selten, wie eine spanische Studie ergeben hat.

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Auch ein schmerzender Rücken kann auf das Gemüt schlagen.

Auch ein schmerzender Rücken kann auf das Gemüt schlagen.

© photos.com

CáDIZ. An der Querschnittsuntersuchung hatten sich 1006 Patienten von Allgemeinärzten beteiligt, drei Viertel davon Frauen. Sie alle hatten chronische Schmerzen.

Die Haupt- ursachen dafür waren Arthrose und Fibromyalgie. Den Grad der Schmerzen bestimmte ein Forscherteam um Alejandro Salazar von der Universität in Cádiz mithilfe einer visuellen Analogskala (Pain Med 2013, online 6. Juni).

Für die Diagnose affektiver Störungen - Major- und Minor-Depressionen, Dysthymien und bipolare Störungen - benutzten die spanischen Wissenschaftler einen Fragebogentest, den Primary Care Evaluation of Mental Disorders Questionnaire (PRIME-MD).

Zwar ist es nicht immer einfach, aus Resultaten, die mit solch weichem Instrumentarium gewonnen wurden, harte Schlüsse zu ziehen. Die Befunde der spanischen Forscher lassen dennoch aufhorchen.

Schon die Daten zur Schmerzsituation sind erschreckend. Die mittlere Schmerzintensität lag bei 59 von maximal 100 Punkten, und die Beschwerden bestanden durchschnittlich seit mehr als drei Jahren.

Knapp 75 Prozent der Patienten gaben an, die Schmerzen störten ihren Schlaf, fast 54 Prozent wachten vor Schmerzen auf. Analgetika nahmen rund 89 Prozent der Patienten ein.

Vor dem Zeitpunkt der Befragung war bei keinem Probanden eine affektive Störung diagnostiziert worden. Aufgrund der Ergebnisse des PRIME-MD lag aber bei knapp 50 Prozent der Studienteilnehmer eine Major-Depression vor.

Eine MinorDepression wiesen rund 17 Prozent, Dysthymien ebenfalls rund 17 Prozent auf. In partieller Remission befanden sich knapp 9 Prozent. Die Häufigkeit von Depressionen, die durch Medikamente oder Suchtmittel ausgelöst wurden, lag bei etwa 3,6 Prozent.

Bipolare Störungen waren bei 1,7 Prozent der Probanden festzustellen. Gehäuft fanden sich bis dato unerkannte affektive Störungen bei Frauen, Patienten unter 40 Jahren, Fibromyalgie-, Nacken- / Rückenschmerzpatienten und bei Patienten mit Arthrose.

Hausärzte sollten dem Problem von Affektstörungen bei Patienten mit chronischen muskuloskeletalen Schmerzen mehr Aufmerksamkeit widmen, fordern Salazar und seine Kollegen. Gleiches gelte für Probleme mit dem Schlaf.

"Diagnose und Therapie von Depressionen und das genaue Abklären von Schlafstörungen können helfen, den Gesundheitszustand dieser Patienten zu verbessern, und gleichzeitig die Schmerzen lindern", schreiben sie.

Doch Allgemeinmediziner neigten dazu, die somatischen gegenüber den depressiven Beschwerden in den Vordergrund zu rücken. (rb)

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