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Drei Studien publiziert

Weitere Belege: Antihypertensiva sind bei COVID-19 ungefährlich

Nach wie vor hält sich vereinzelt die Sorge, dass bestimmte Antihypertensiva eine COVID-19-Erkrankung ungünstig beeinflussen könnten. Drei aktuelle Studien liefern weitere Argumente zur Entwarnung.

Veröffentlicht:
Die Deutsche Hochdruckliga stuft die Datenlage zu COVID-19 und ACE-Hemmern als sehr solide ein, so dass Bluthochdruckpatienten ihre Therapie bedenkenlos fortsetzen könnten.

Die Deutsche Hochdruckliga stuft die Datenlage zu COVID-19 und ACE-Hemmern als sehr solide ein, so dass Bluthochdruckpatienten ihre Therapie bedenkenlos fortsetzen könnten.

© Kurhan / stock.adobe.com

Heidelberg. Drei jüngst im „New England Journal of Medicine“ publizierte Studien geben erneut Hinweise, dass Blutdruckmedikamente, die in das Renin-Angiogenin-System eingreifen, sich nicht ungünstig auf eine COVID-19-Erkrankung auswirken. Darauf verweist die Deutsche Hochdruckliga DHL® in einer Pressemitteilung.

Danach zeige sich konsistent, dass ACE-Hemmern (ACEI) und Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARB) weder das Risiko erhöhten, an COVID-19 zu erkranken, noch dass eine bestehende COVID-19-Erkrankung einen schweren Verlauf nehme. Mittlerweile sei die Datenlage als sehr solide einzustufen, so dass Bluthochdruckpatienten ihre Therapie bedenkenlos fortsetzen könnten, heißt es in der Mitteilung.

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Hintergrund der Debatte ist, dass tierexperimentelle Untersuchungen gezeigt hatten, dass gängige blutdrucksenkende Medikamente das Enzym ACE2 hochregulieren, über das Sars-Cov-2 in die Zellen eindringt. Die Europäische Gesellschaft für Hypertensiologie (ESH) und die Deutsche Hochdruckliga hatten bereits zuvor Patienten davor gewarnt, ihre Antihypertensiva deswegen unbedacht abzusetzen. Denn in klinischen Studien habe es keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass die Therapeutika klinisch ungünstige Effekte für COVID-19-Patienten haben. Die drei nun publizierten großen Observationsstudien erweitern nun die Datenlage zu Blutdrucksenkern dahingehend.

Die Studien in Kürze

Die erste Studie analysierte Risikofaktoren für eine höhere Sterblichkeit von COVID-19-Erkrankungen. 8.910 erkrankte Patienten wurden ausgewertet. 515 von ihnen verstarben im Krankenhaus, 8.395 konnten wieder entlassen werden. Die Einnahme von ACE-Hemmern war dabei nicht mit einer höheren Sterblichkeitsrate verbunden.

In der zweiten Studie wurden 6.272 COVID-19-Patienten und eine Kontrollgruppe von über 30.000 Patienten untersucht, um herauszufinden, ob Blutdrucksenker das Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 erhöhen. Zwar nahmen in der Gruppe der Infizierte mehr Patienten Blutdrucksenker ein, weil sie häufiger unter kardiovaskulären Erkrankungen litten, die Einnahme von Blutdruckmedikamente war aber kein eigenständiger Risikofaktor.

In der dritten Studie wurden über 12.000 Patienten auf SARS-CoV-2 getestet und es wurde analysiert, inwieweit Blutdruckmedikamente das COVID-19-Risiko beeinflussten. Im Ergebnis zeigte die Studie, dass ACEI/ARB weder die Wahrscheinlichkeit eines positiven Corona-Tests noch das Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf erhöhten.

Hochdruckliga beruhigt

„Diese drei Studien untermauern die bisherige Datenlage, dass Blutdruckmedikamente im Hinblick auf SARS-CoV-2 sicher sind und Blutdruckpatientinnen und -patienten in der aktuellen Pandemiesituation nicht gefährden“, wird dazu Professor Ulrich Wenzel aus Hamburg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga DHL® zitiert. Es handle sich hier zwar um Observationsstudien – aber um drei große, die alle konsistente Ergebnisse lieferten. Zu einer ganz ähnlichen Einschätzung kommt auch der Autor eines begleitenden Editorials in der gleichen Ausgabe des Journals, in der die drei Studien erschienen sind. Letztlich könne allerdings nur eine randomisierte Studie die Unsicherheiten bezüglich Blutdrucksenker und COVIDd-19 abschließend ausräumen, schreibt er. (run)
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