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Leberkrebs

Zell-Umgebung beeinflusst Art des Tumors

Von der Art des Zelltods im Umfeld der Krebszelle hängt wohl ab, ob sich ein HCC oder ein Gallengangs-Ca entwickelt.

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TÜBINGEN. Der weitaus größere Anteil der Leberkrebserkrankungen entfällt bekanntlich auf das Hepatozelluläre Karzinom (HCC).

Auffällig ist allerdings, dass in den letzten Jahren vor allem die Zahl der Patienten mit dem aggressiveren Gallengangskarzinom zunimmt, obwohl keine unterschiedlichen Risikofaktoren auszumachen sind, heißt es in einer Mitteilung der Uniklinikums Tübingen.

Ein Team um Professor Lars Zender vom Uniklinikum Tübingen und Deutschen Krebskonsortium konnte nun zeigen, dass das zelluläre Umfeld mit seinen absterbenden Leberzellen richtungsweisend dafür ist, welchen Weg die Tumorzellen einschlagen (Nature 2018; online 12. September).

So entwickelten sich Vorstufen von Krebszellen, in deren Umgebung Zellen durch Apoptose – den klassischen Zelltod – zugrunde gingen, zum HCC. Angehende Krebszellen, in deren Umgebung Zellen durch Nekroptose absterben, führten zu einem Gallengangskarzinom.

Bei der Nekroptose löst sich die Zellhülle auf und der Zellinhalt verursacht Entzündungen in der Umgebung der Krebszelle, während sich beim klassischen programmierten Zelltod kleine Vesikel bilden, die vom Immunsystem beseitigt werden.

Die Ergebnisse konnten sowohl im Mausmodell als auch an humanen Gewebeproben verifiziert werden, heißt es in der Mitteilung.

"Künftige Forschungsarbeiten müssen untersuchen, ob die direkte Zellumgebung nicht nur die Art der Tumorentstehung beeinflusst, sondern auch die Therapie", wird Zender zitiert.

Unter der Behandlung von HCC-Patienten mit einer Chemoembolisation wurde bereits beobachtet, dass sich der ursprüngliche Leberkrebs zum Teil in ein Gallengangs-Ca umwandeln kann.

Dieses könnte eine Ursache sein, warum der Krebs nicht mehr auf die ursprüngliche Therapie anspricht.

"Möglicherweise sind wir hier einem Therapieresistenzmechanismus von Leberkrebs auf der Spur", so der Onkologe und "wir versprechen uns für die Zukunft von den Erkenntnissen mögliche Hinweise für die Therapie". (eb/grz)

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