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Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Zwei weitere Infektionen mit West-Nil-Virus in Deutschland

Veröffentlicht:

Berlin. Nach dem ersten Fall im August ist bei zwei weiteren Patienten in Deutschland eine West-Nil-Virus-Infektion nachgewiesen worden. Betroffen seien zwei im Spätsommer erkrankte Frauen in Berlin und Wittenberg (Sachsen-Anhalt), so das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). Im Umkreis des ersten Infizierten aus der Region Leipzig gebe es weitere Verdachtsfälle, auch bei jungen Patienten.

Ende September hatten das BNITM und weitere Institute bekannt gegeben, dass erstmals eine durch Mücken in Deutschland übertragene West-Nil-Virus-Infektion beim Menschen nachgewiesen wurde. Mitte August war demnach ein 70-Jähriger aus dem Leipziger Umland an einer Gehirnentzündung erkrankt, bei dem daraufhin das Virus gefunden wurde. Der Patient war nach einer Behandlung genesen. Zuvor war der Erreger bis auf den Fall eines Tierarztes in Bayern, der sich bei der Untersuchung eines Vogels ansteckte, nur in seltenen Fällen bei Reiserückkehrern nachgewiesen worden.

Die Vielzahl schwerer Krankheitsverläufe sei erschreckend, sagte Schmidt-Chanasit. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Nur etwa ein Prozent der Infektionen führten zu solchen schweren neuroinvasiven Erkrankungen. Demnach sei von Hunderten weiteren Infektionen mit leichtem Verlauf auszugehen, die nicht diagnostiziert wurden. „Das West-Nil-Virus betrifft offenbar schon weit mehr Menschen in Deutschland als bisher angenommen.“

In mehreren deutschen Regionen wurde der Erreger seit 2018 bereits bei zahlreichen Vögeln und Pferden nachgewiesen. Das ursprünglich aus Afrika stammende Virus wird von heimischen Stechmücken übertragen. In nördlichere Gefilde gelangte es durch Zugvögel und Stechmücken. (dpa)

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