Sachsen-Anhalt

Neues System für weniger Blutkonserven

Im Bundesvergleich gehört Sachsen-Anhalt laut Barmer Krankenhausreport bei Bluttransfusionen zu den Großverbrauchern.

Veröffentlicht: 09.01.2020, 12:06 Uhr
Neues System für weniger Blutkonserven

Deutschland ist Weltmeister bei Bluttransfusionen. Mit Methoden wie dem Patient Blood Management soll die Zahl der Dosen reduziert werden.

© M. Ernert, Chirurgische Klinik der Uni Heidelberg

Magdeburg. Mit 3,2 Millionen eingesetzten Blutkonserven pro Jahr liegt Deutschland weltweit an der Spitze. National gehört Sachsen-Anhalt laut Barmer Krankenhausreport zu den Großverbrauchern. Bluttransfusionen wurden hier 2017 bei 7,2 Prozent aller Operationen gegeben, der Bundesdurchschnitt liegt bei 6,6 Prozent.

Allerdings ginge die Zahl der Blutspender auch demografiebedingt stetig zurück, so Regina Gnade, Laborleiterin im Klinikum Magdeburg. Das kommunale Haus greife deshalb bereits seit 2017 auf Erfahrungen der Uniklinik Frankfurt/Main mit dem Patient Blood Management zurück.

Blutverluste minimieren

Das individuelle Behandlungskonzept setzt auf den rationalen Einsatz von Blutkonserven durch die Minimierung von Blutverlusten während der Op und zugleich auf frühe Diagnostik und Therapie im Vorfeld.

„In Sachsen-Anhalt wurden allein 2017 rund 100 000 Anämie-Patienten registriert.“ Barmer-Landesgeschäftsführer Axel Wiedemann verweist jedoch auf die Dunkelziffer, die fünf Mal so hoch sein dürfte. Der verminderte Hämoglobingehalt kann bei einer Anämie den Bedarf an Blutkonserven deutlich erhöhen.

So erhielten in den Jahren 2005 bis 2016 rund 67 Prozent aller blutarmen Patienten bei einer Bypass-Herzoperation Blutkonserven. Beim gleichen Eingriff ohne die Diagnose Anämie waren Transfusionen nur bei 49 Prozent der Betroffenen notwendig. Die Sterblichkeitsrate lag bei Anämie-Patienten nach Bypass-Operationen bei 4,3 Prozent, ohne Blutarmut bei 1,8 Prozent.

Investitionen nötig

Die Internistin fordert, der Anämie einen ähnlichen Stellenwert wie Diabetes einzuräumen, Diagnostik und Therapie müssten extrabudgetär vergütet werden. Ebenso notwendig seien Investitionen in moderne Medizintechniken, wie robotergestützte- und minimal-invasive Verfahren, die Blutverluste minimieren helfen.

„Wichtiger Bestandteil des Patient Blood Managements ist eine effiziente Blutungskontrolle. Für das entsprechende Gerät fehlen uns die Investitionsmittel“, so die Laborleiterin. (zie)

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