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Brotlose Kunst?

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Behaupte noch einer, die Ophthalmologie sei eine brotlose Kunst! Zwei wichtige Player in Deutschland bereiten gerade eine Transition im augenheilkundlichen Bereich vor – und das vielleicht sogar, ohne sich dessen bewusst zu sein. Der eine ist Bundesgesundheitsminister Lauterbach, der mit seiner avisierten Klinikreform Level-Ii-Häuser in der Versorgung etablieren will. Für manche der betroffenen Kliniken könnte es notwendig sein, mangels Personal und/oder Qualität die (noch) verbliebenen Ophthalmologen zu entlassen. Eine teure Transfergesellschaft wäre dafür aber nicht einmal notwendig.

Denn – und hier kommt der zweite Player ins Spiel – mit ihren Fähigkeiten, wie dem Beherrschen der Auseinzelung des AMD-Präparates Ranibizumab, sind sie prädestiniert für eine neue Herausforderung – in der Bäckereifiliale. Möglich macht es das Landesamt für Mess- und Eichwesen Rheinland-Pfalz, das Bäckereien zum Waagengebrauch anhält, damit formal die Hälfte des Laibes exakt erreicht und dies für Kunden transparent ist. Die Ophthalmologen müssten Brote auf Kundenwunsch in zwei grammgleiche Halblaiber auseinzeln. Denn der Verbraucher soll „den seinem gezahlten Entgelt entsprechenden Warenwert“ erhalten. Auslöser der Misere: Eine Bäckerei teilte ein Brot mit einem Kilopreis von 7,65 Euro, das Viertel kostete dann 2,40 Euro, sodass sich für das gesamte Brot nunmehr ein Verkaufspreis von 9,60 Euro ergab. Ohne die gesetzlich geforderte Information am Brot blieben Verbraucher über diese Preiserhöhung im Unklaren, moniert das Amt. Wer könnte da besser helfen als die Ophthalmologen mit ihrem geschulten Blick?

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