Gesellschaft

Ärztin testet Lachyoga sogar bei chronisch Kranken

Kinder lachen bis zu 400 Mal am Tag, Erwachsene nur 15 Mal. Das Lachen vergeht aber vielen Kindern inzwischen: Leistungsdruck und Stress in der Familie belasten.

Von Stefanie Terschüren Veröffentlicht:
Lachyoga gibt es seit etwa 15 Jahren. © drubig-photo / fotolia.com

Lachyoga gibt es seit etwa 15 Jahren. © drubig-photo / fotolia.com

© drubig-photo / fotolia.com

HORN-BAD MEINBERG. Erwachsene Menschen lachen viel zu selten und tun ihrer Gesundheit damit keinen Gefallen. Das gehört zu den Kernaussagen des ersten deutschen Lachyoga-Kongresses in Horn-Bad Meinberg bei Detmold. "Kinder lachen bis zu 400 Mal am Tag, Erwachsene im Schnitt 15 Mal", sagte Susanne Heidel, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin eines Lachclubs in Bielefeld. Rund 250 Fachleute trafen sich am Wochenende in Europas größtem Yoga-Zentrum.

Lachyoga gibt es seit etwa 15 Jahren. Es kombiniert grundloses Lachen und Atemübungen aus dem Yoga. "Das Konzept basiert auf der Erkenntnis, dass der Körper nicht zwischen einem künstlichen Lachen und einem echten unterscheiden kann", schilderte Heidel.

Doch sogar den Vorschulkindern sei das Lachen im Alltag häufig bereits vergangen, kritisieren die Yoga-Verfechter. "Leistungsdruck, Stress in der Familie und gesundheitliche Probleme wie Allergien sind belastend. Kinder reagieren sich ab, indem sie aggressiv sind und unkonzentriert", sagte Gisela Dombrosky, Gesundheitscoach in Neuss. Seit zwei Jahren lacht sie ehrenamtlich mit Kindergartenkindern.

Auch in der Therapie von chronisch Kranken wird Lachyoga bereits getestet. Auf der Insel Helgoland will die Chefärztin der Neurologischen Abteilung der Paracelsus Nordseeklinik, Dr. Anja Bilsing, die Lebensqualität ihrer Parkinsonkranken verbessern. "Lachen bewirkt neben den körperlichen Reaktionen auch, dass das Denken Pause hat", beschreibt die Neurologin den Effekt. Die Ärztin hofft, dass das durch Stress ausgelöste Zittern abnimmt, und das Sprechen sich wieder verbessert. (dpa)

Mehr zum Thema

Olympia

Coronainfektionen in Tokio auf Rekordniveau

Aktuelle RKI-Zahlen

Die Corona-Lage in den Städten und Landkreisen

Hochwasserkatastrophe

Ärzte praktizieren nach der Flut mit einfachsten Mitteln

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Ein Hausarzt in Niedersachsen hat Patienten abgewiesen, die sich auch nach eingehender Beratung nicht gegen Corona impfen lassen wollten – mit teils verheerenden Folgen.

© Ulrich Stamm / Geisler-Fotopress

Corona-impfunwillige Patienten abgewiesen

KV entrüstet über Morddrohungen gegen Hausarzt

Musikfestival Ende Juli in Dorset: Abstand, Maske? In England zur Zeit kein Thema mehr. Trotz solcher Veranstaltungen sinken die Infektionszahlen.

© Hannah Meadows Photography / Avalon / picture alliance

Unerwartetes COVID-19-Phänomen

England: Sinkende Corona-Inzidenzzahlen geben Rätsel auf