Gesellschaft

Buchmesse setzt auf Themenschwerpunkt "Bildung"

FRANKFURT/MAIN (run/dpa). Sie ist ein riesiges Kulturfest mit 2500 Veranstaltungen und 1000 Autoren - und zugleich ein Branchentreff mit 7300 Ausstellern aus 110 Ländern: die 59. Frankfurter Buchmesse. Bis zu ihrem Ende am kommenden Sonntag werden 300 000 Besucher erwartet.

Veröffentlicht: 10.10.2007, 08:00 Uhr

Die weltgrößte Bücherschau ist aus Sicht ihres Direktors Jürgen Boos inzwischen auch weltweit "zur bedeutendsten Medienmesse" geworden. In der Tat spielen sind nicht mehr allein Bücher von Bedeutung. Von den 380 000 ausgestellten Produkten sind nach Angaben der Messe allein 30 Prozent digitale Produkte.

Zugleich will die Messe auch Plattform für politische Themen sein - etwa durch die im vergangenen Jahr gestartete Initiative gegen den Analphabetismus. Sie wird diesmal mit einem Alphabetisierungs- und einem Bildungskongress fortgesetzt. Immerhin sind von den 7000 Verlagen auf der Messe 1300 Anbieter von Bildungsmedien. Weiteren Gesprächsstoff bieten auch viele Veranstaltungen im Forum Wissenschaft und Innovation. Passend zur aktuellen Klimadebatte präsentiert sich zudem die Buchausstellung "heiter bis wolkig" mit 120 Titeln zu Wetterphänomenen und Klimawandel. Und gleich nebenan gibt es vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland eine Fotoausstellung "Brennpunkt Klimawandel".

Im Blickpunkt des Publikums stehen aber auch alljährlich wieder die Autoren: Die Palette der deutschen Schriftsteller, die vor Ort vertreten sind, reicht von Günter Grass bis zu Martin Walser, von Andrea M. Schenkel bis Feridun Zaimoglu. Bereits am Montag wurde die Berliner Autorin Julia Franke für ihren Roman "Die Mittagsfrau" mit den Deutschen Buchpreis 2007 in Frankfurt ausgezeichnet. Dazu kommt erneut viel schreibende Prominenz wie Klaus Wowereit, Joschka Fischer oder Ben Becker und Robert Atzorn.

Gastland Katalonien stellt sich in vielen Veranstaltungen vor

Mit etwa 150 Autoren aus ihrem fast 13 Millionen Menschen umfassenden Sprachraum ist zudem Katalonien - der diesjährige Gast der Buchmesse - vertreten. Ihre literarischen Auftritte werden von einem Feuerwerk an Veranstaltungen begleitet. In Frankfurt und vielen anderen Städten werden außer Lesungen auch Ausstellungen, Konzerte und experimentelle Theaterstücke organisiert. Dafür investiert Katalonien, die wirtschaftsstärkste Region Spaniens, 16 Millionen Euro - mehr Geld als jedes andere Gastland zuvor.

Für Fachbesucher ist auch die rasant voranschreitende Digitalisierung in der Branche einer der Schwerpunkte. Dabei geht es nicht nur um die Verlagerung des Buchmarkts ins Internet vor allem im Wissenschaftsbereich, sondern auch um Antworten auf die Herausforderung durch Google. Denn der US-Suchmaschinenbetreiber will weltweit möglichst viele Bücher zumindest in Teilen kostenlos ins Internet stellen.

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