Gesellschaft

Denkmal erinnert an 15 jüdische Ärzte in Hannover

HANNOVER (cben). Die Ärztekammer Hannover und der "Arbeitskreis Schicksale jüdischer Ärzte" erinnern mit einem Denkmal an das Leben jüdischer Ärzte in Hannover.

Veröffentlicht: 20.11.2008, 05:00 Uhr
Denkmal erinnert an 15 jüdische Ärzte in Hannover

Glaskuben auf Stelen erinnern an die verfolgten jüdischen Ärzte.

© Foto: Ärztekammer Niedersachsen

Im Vortragssaal des Ärztehauses Hannover enthüllten Kammer und Arbeitskreis eine Stelen-Skulptur des Hildesheimer Bildhauers Peter Schmitz. In Erinnerung an die Schicksale von 15 jüdischen Ärzten aus Hannover zeigt Schmitz Glaskuben auf unterschiedlich hohen Stelen, in denen Bilder aus den Nazi-Jahren zu erkennen sind.

Ein leerer Kubus erinnert an all jene Ärzte und Hannoveraner Bürger jüdischer Herkunft, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Am 30. September 1938 verloren alle 3 152 damals noch praktizierenden jüdischen Ärzte in Deutschland ihre Approbation und damit das Recht, sich Arzt nennen zu dürfen. Die Wenigen, die unter diskriminierenden Auflagen weiter praktizieren durften, mussten als "jüdische Krankenbehandler" arbeiten.

Nach Recherchen des Historikers Peter Schulze waren vom 30. Januar 1933 bis zum Jahr 1945 im Stadtkreis Hannover 74 jüdische Ärzte tätig und als Ärzte gemeldet. 13 von ihnen starben unter der nationalsozialistischen Verfolgung, zwei Ärzte begingen Selbstmord, 31 emigrierten.

"Für ein solches Mahnmal ist es nicht zu spät", sagte Cornelia Goesmann, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer und Vorsitzende der ÄKN-Bezirksstelle Hannover zur Enthüllung der Skulptur. "Die hannoversche Ärzteschaft verdrängt den Holocaust nicht. Wir wollen uns nicht zurückziehen und sagen: Das ist Geschichte."

Daher solle das Denkmal an exponierter Stelle und als wanderndes Ausstellungsobjekt die heutige Ärztinnen und Ärzte ermahnen, sich vor diskriminierte Kollegen und Mitmenschen zu stellen, so Goesmann. Die Finanzierung für die Stelenkonstruktion wurden durch eine Einzelspende des Arztehepaars Dr. Ricarda und Dr. Udo Niedergerke aufgebracht.

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