Gesellschaft

Der Kühlschrank, der mitdenkt, ist nicht mehr fern

HAMBURG (dpa). Die Computermesse CeBIT in Hannover findet in Zeiten eines großen Umbruchs durch das Aufkommen neuer Technik statt. Zu den wichtigsten Trends zählen die erweiterte Nutzung des Internets, das Zusammenwachsen von Computertechnik und Unterhaltungselektronik und Chips mit Mikro-Sendern ("RFID").

Veröffentlicht: 07.02.2006, 08:00 Uhr
  • Das Internet: Das weltweite Netz hat unser Leben bereits stark verändert - doch die volle Dimension des Wandels beginnt sich erst abzuzeichnen. Die Internet-Telefonie feiert einen Siegeszug und bringt traditionelle Telekom-Anbieter in Bedrängnis. Online-Downloads von Filmen und TV-Sendungen sind der neue Trend und verändern auf lange Sicht das Fernsehverhalten der Zuschauer und den Werbemarkt. Fernsehen aus dem DSL-Kabel könnte die Zukunft sein.

Online-Software wird so schnell wie PC-Programme

Unter den Stichwort "Web 2.0" zusammengefaßte technische Entwicklungen lassen Online-Software so schnell arbeiten wie auf dem Computer installierte Programme.

  • Konvergenz: Das vielbeschworene Zusammenwachsen von Computertechnik und Unterhaltungselektronik ist so greifbar wie noch nie zuvor - die Digitalisierung der gesamten Entertainment-Kette macht es möglich. Medienserver von Computerriesen wie Intel oder Microsoft haben anfängliche Bedienungsschwächen überwunden und sind bereit zum Sprung in den Massenmarkt. Zugleich stecken in vielen traditionell anmutenden Geräten der Unterhaltungselektronik-Hersteller in Wirklichkeit letztlich längst kleine Computer.
  • RFID: Bis jeder Artikel im Supermarkt einen Mikro-Sender anstelle des Strichcodes haben wird, dürfte es noch zehn bis 15 Jahre dauern. Heute schon ist die RFID-Technik (Radio Frequency Identification) aber trotz aller Kritik von Datenschützern im Kommen. Mikro-Sender verraten, wo der Klinikpatient abgeblieben ist Das Prinzip ist einfach: Die hauchdünnen Chips werden kontaktlos ausgelesen, und dadurch weiß man immer, wo sich etwas befindet. So werden bereits jetzt nicht nur Waren in Supermärkten, sondern auch Bücher in Bibliotheken oder auch Tickets für die Fußball-WM markiert und Patienten in Krankenhäusern werden per RFID-Chip geortet. Zur fernen Zukunftsvision gehören zum Beispiel der intelligente Kühlschrank, der Lebensmittel nachbestellt, oder die Waschmaschine, die dank RFID-Etiketten an den Wäschestücken selbst das Programm auswählt.
  • Flash-Speicher: Zunächst wurden die kleinen Chips, die Daten auch ohne Strom gespeichert halten können, zum Beispiel in Mobiltelefonen eingesetzt. Doch seit die Kapazität immer größer wird und die Preise stetig sinken, beginnt für Flash eine große Karriere. MP3-Player oder die allgegenwärtigen kleinen Speicher-Sticks waren erst der Anfang: Der Speicherhersteller Micron zum Beispiel glaubt, daß es in fünf bis sechs Jahren auch Notebooks mit Flash-Chips statt Festplatte geben wird.

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