Gesellschaft

Fußball-Bund engagiert sich für die Resozialisierung von Häftlingen

Von Friederike Krieger Veröffentlicht: 27.06.2006, 08:00 Uhr

KÖLN. Trotz des bisher friedlichen Verlaufs können gewalttätige Ausschreitungen während der Fußball-Weltmeisterschaft nie ganz ausgeschlossen werden. Um Vorsorge bemüht sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schon seit fünf Jahren. Er unterstützt das Projekt "ballance 2006", das auf einen friedlichen und fairen Charakter im Fußball hinwirkt.

Der Verband organisiert beispielsweise Straßenfußballturniere für Kinder und Jugendliche, bei denen nicht die Mannschaft gewinnt, die am besten, sondern am fairsten spielt, und schickt Toleranzbotschafter wie den ehemaligen Weltmeister Uwe Bein durchs Land.

Etwa fünf Millionen Euro gibt der DFB jährlich für solche sozialen und gesellschaftlichen Zwecke aus. Obwohl in der Öffentlichkeit kaum bekannt, hat dieses Engagement beim DFB lange Tradition. Bereits 1955 gründete der Verband ein Sozialwerk, um in Not geratene Fußballer und ihre Familien zu unterstützen.

"Dann haben wir gemerkt, daß es nicht ausreicht, nur in den eigenen Reihen aktiv zu sein, sondern daß der Verband aufgrund seiner hohen Bekanntheit und Mitgliederzahl mehr leisten muß", erklärt Karl Schmidt, Vizepräsident für sozial- und gesellschaftspolitische Aufgaben.

Heute konzentriert sich das Engagement in zwei Stiftungen. Die Sepp-Herberger-Stiftung kümmert sich vor allem um fußballbezogene Themen. So organisiert sie regelmäßige Besuche von prominenten ehemaligen Fußballern in Strafvollzugsanstalten, um durch Spiel und Diskussion einen Beitrag zur Resozialisierung der Insassen zu leisten. Ebenso fördert die DFB-Stiftung den Behinderten-Fußball.

Die Egidius-Braun-Stiftung hat sich vor allem Hilfe für notleidende Kinder und Jugendliche auf die Fahnen geschrieben. Sie unterstützt Kinderheime in Mexiko und in Osteuropa. Auch außerhalb der beiden Stiftungen forciert der DFB weitere Projekte, von der Suchtprävention über die Förderung des Ehrenamts bis hin zu Hilfsleistungen für die Opfer der Tsunami-Katastrophe.

Finanziert wird die soziale Arbeit aus den Erlösen der Benefizspiele, die die deutsche Nationalmannschaft alle zwei Jahre austrägt, sowie aus Spenden. Auch die Einnahmen aus Sportstrafen wandern in den Sozialtopf des DFB. "So wird auch mit einem Foul noch ein gutes Werk getan", meint Schmidt.

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