Online-Portale

Im Sterne- und Bewertungs-Dschungel

Ob Arztsuche oder der nächste Urlaub: Immer mehr Bürger orientieren sich an Online-Bewertungen. Das ruft auch Fälscher auf den Plan.

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MÜNCHEN. Gefälschte Online-Bewertungen sind nach Ansicht von Verbraucherschützern für Kunden kaum zu erkennen. Die Kriterien für Bewertungen seien bei den Internet-Portalen sehr unterschiedlich, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Oft sei auch nicht klar, welche Sicherheitsvorkehrungen Internet-Seiten treffen, um absichtlich falsche Kommentare zu finden.

Verbraucherschützer fänden deshalb feste Regeln gut: Wer darf bewerten? Nach welchen Kriterien muss ich mich richten? Und wie sorgen Online-Portale dafür, dass Fake-Bewertungen gar nicht erst öffentlich werden?

Große Anbieter sehen sich bei der Sicherheit als Vorreiter. Beim Arztbewertungsportal Jameda (München) sucht ein Algorithmus automatisch nach verdächtigen Inhalten, wenn Patienten Kommentare zu Ärzten abgeben.

Außerdem gebe es 15 Leute, die zusätzlich prüften, erklärt Geschäftsführer Florian Weiß. Ähnlich sieht es bei Portalen wie der Seite Kununu aus Österreich aus, auf der Arbeitgeber bewertet werden können.

Aber auch die Fälscher arbeiteten sehr viel professioneller und agierten nicht mehr aus dem Hinterzimmer: „Wenn wir davor warnen, wie gefälschte Bewertungen erkennbar sind, wird darauf natürlich auch reagiert und diese Fehler werden dann künftig ausgemerzt“,mahnt Halm. Auch bei der Technik sei man mit den Fälschern in einem Wettbewerb.

Hinzu kommt: Das Bedürfnis, sich im Dschungel der unzähligen Angebote für Urlaube, Waren oder Dienstleistungen zurechtzufinden, ist laut der Experten groß. „Mittlerweile wird keine Entscheidung mehr getroffen, ohne sich mit den Erfahrungen anderer Kunden auseinanderzusetzen“, meint Georg Ziegler vom Urlaubsbewertungsportal Holidaycheck. (dpa)

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Dr.Dr. Gorenflos

Die Manipulierbarkeit von Bewertungsdurchschnitten ist auch ein Problem
Es gibt noch eine weiteres Problem bei einem Zweiklassenportal wie Jameda. Nichts ist leichter, als Bewertungsdurchschnitte zu manipulieren. Denn was eine unzulässige Schmähkritik oder Tatsachenbehauptung ist, darüber kann man sich streiten. Aber Jameda entscheidet diesen Streit. Da liegt es nahe, dass man sich im Interesse des zahlenden Kunden entscheidet. Bei Nicht-Kunden sind Negativkritiken erwünscht, denn das Portal lebt ja von der Diskrepanz der Notendurchschnitte – auf diese allein kommt es an – zu Gunsten seiner Kunden.
Auch bei der Löschung von Positivkritik kann man unkontrolliert, willkürlich und selektiv vorgehen, wieder im Interesse von zahlenden Ärzten/Zahnärzten, und potentielle Aussteiger abschrecken. Portale mit zahlenden Kunden und nicht-zahlenden Zwangsteilnehmern sind keine Bewertungs-Portale, sondern Korrumpierungs-Portale, nach dem Motto: „Wer zahlt gewinnt“. Endlich sickert diese banale Ein

Dr.Dr. Gorenflos

Ein Portal mit zahlenden Kunden und nicht-zahlenden Zwangsteilnehmern ist ein Korrumpierungs-Portal. Bewertungs-Durchschnitte zu manipulieren ist sehr einfach

Um eine Jameda-Bewertung zu kommentieren, braucht man einen Basis-Zugang. Dafür muss man sich bei Jameda registrieren lassen, wird also nicht-zahlender Kunde, aber eben Jameda-Kunde! Das bedeutet, das man das Geschäftsmodell für rechtskonform hält! Was ist, wenn man das Geschäftsmodell Jamedas für rechtswidrig hält? Für diese Annahme gibt es sehr gute Gründe: Nichts ist nämlich leichter, als Bewertungsdurchschnitte zu manipulieren. Denn was eine unzulässige Schmähkritik oder Tatsachenbehauptung ist, darüber kann man sich streiten. Aber Jameda entscheidet diesen Streit selbst, es sei denn, man legt es auf einen langwierigen, teuren Rechtsstreit an. Da liegt es nahe, dass man sich im Interesse des zahlenden Kunden im Zweifelsfall gegen eine Negativkritik entscheidet. Bei Nicht-Kunden sind Negativkritiken dagegen erwünscht, denn d


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