Neues Leben für Hannah

FRANKFURT (Smi). Hannah Mensah kann wieder lachen. Bis vor kurzem war die Sechsjährige aus Ghana noch schwach und kränklich. Mit einem Herzfehler zur Welt gekommen, verschlechterte sich ihr Zustand zusehends. Jetzt ist Hannah in Deutschland operiert worden.

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Ihr Lachen verdankt sie einem berühmten Fußballspieler, der wie sie aus Ghana stammt: Gerald Asamoah, Profi in Diensten des Bundesligisten Schalke 04 und 2002 WM-Teilnehmer in Südkorea und Japan, hat mit seiner Stiftung die Reise nach Deutschland und die Operation an der Medizinischen Hochschule Hannover bezahlt. Hannah hat damit gute Aussichten, trotz ihrer Herzerkrankung in Zukunft ein ganz normales Leben zu führen. Der Profifußballer hat die Stiftung vor zwei Jahren gegründet. "Der Gesellschaft etwas zurückzugeben" will Asamoah, der selbst an einer Herzerkrankung leidet.

Gerald Asamoah wurde 1978 in Ghana geboren. Als Zwölfjähriger kam er nach Deutschland, begann seine Fußballer-Laufbahn 1990 beim BV Werder Hannover, wechselte 1994 zur Profimannschaft von Hannover 96, 1999 schließlich zu Schalke 04, wo er nach seiner Einbürgerung 2001 als erster gebürtiger Afrikaner deutscher Fußball-Nationalspieler war.

Als bei dem 1,81 Meter großen Modellathlet Ende der 1990er Jahre eine Hypertrophe Kardiomyopathie diagnostiziert wurde, rieten ihm Ärzte, seine Karriere zu beenden. Asamoah, so hieß es, drohe der Plötzliche Herztod, ein Schicksal, das bereits viele Hochleistungssportler, darunter auch auffallend viele Kicker, erlitten haben. Mitte November 1998 reiste der Profi-Fußballer nach Washington, wo ihm ein US-Kardiologe nach fünftägiger Untersuchung im National Health Center bescheinigte, dass er doch weiter Fußball spielen dürfe. Allerdings muss er die Verantwortung für ein auf ein Prozent beziffertes Restrisiko selbst tragen. Seinen Vereinen wurde zudem zur Auflage gemacht, stets einen Defibrillator am Spielfeldrand bereitzuhalten.

Ziel der Stiftung: ein Kinderherzzentrum in Accra

Im Jahr 2007 gründete der bekennende Christ die "Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder", deren Ziel unter anderen der Aufbau eines Kinderherzzentrums in Ghanas Hauptstadt Accra ist. Einer von Asamoahs Mitstreitern ist der Leiter der Kinderherzchirurgie an der MHH, Dr. Thomas Breymann. Er hat Hannah auch operiert. "Eine solche OP ist natürlich nicht billig", sagt 63-jährige Mediziner und rechnet vor, dass ein dreistündiger Eingriff wie der bei Hannah etwa 20 000 Euro kostet. Daher bestärkt er Asamoah auch in dessen Wunsch, durch den Aufbau eines entsprechenden Zentrums in Ghana medizinische Hilfe dorthin zu bringen, wo sie dringend benötigt wird.

Hannah und ihre Ziehmutter, eine Krankenschwester aus Accra, sind wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Für die Stiftung hat Asamoah außer dem Kardiologen Breymann weitere Ärzte, Juristen und Prominente gewonnen. Er selbst, der von sich sagt, "kein Techniker, sondern Kämpfer" zu sein, ist seit 2007 Vater von Zwillingen. Seine eigenen Kinder führen ihm täglich vor Augen, wie wichtig es ist, Kindern eine Zukunft zu bieten.

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