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Radiologe findet Paradies in der Karibik

Er hat sein Paradies in der Karibik gefunden: Der Radiologe Yaron Rado lebt und arbeitet auf einer der drei Kaiman-Inseln. Preis seiner Freiheit: ständige Rufbereitschaft.

Von Julia Wesseloh Veröffentlicht:
Fühlt sich mit seiner Familie in der Karibik wohl: Yaron Rado, Radiologe aus Köln.

Fühlt sich mit seiner Familie in der Karibik wohl: Yaron Rado, Radiologe aus Köln.

© Foto: Wesseloh

Er hätte sich einfach in das gemachte Nest setzen können, aber anstatt in die Arztpraxis des Vaters einzusteigen, fängt der Radiologe Yaron Rado lieber noch einmal ganz von vorne an. Auf einer kleinen, flachen, Insel in der Karibik, genauer auf Grand Cayman, der größten der drei Kaiman-Inseln.

"Es ergab sich die Gelegenheit und wir haben sie genutzt", sagt der gebürtige Kölner. Keinesfalls hat er mit der Heimat abgeschlossen, aber im Moment fühlt er sich woanders wohl. Er habe Freunde, die Chefärzte an deutschen Krankenhäusern sind. "Verglichen mit denen geht es mir erheblich besser, sowohl finanziell, als auch gemessen am Arbeitsaufwand und Stress."

Yaron Rado führt mit seiner Frau und den drei Kindern ein Leben unter Palmen, hat das ganze Jahr Sonnenschein und ein Haus am Strand, zum eigenen Boot sind es nur wenige Schritte, zur Arbeit kann er mit dem Fahrrad fahren.

Der Kontrast könnte kaum größer sein. In Deutschland ist der 37-Jährige vom Wecker aufgewacht, er musste leise sein, um die Kinder nicht zu wecken, fuhr eine halbe Stunde zur Arbeit, zum Mittag gab es belegte Brote. Der Arbeitstag war stressig und abends eigentlich nie abgeschlossen.

Auf den Kaimaninseln wird Yaron Rado jetzt von den ersten Sonnenstrahlen geweckt und geht mit seinem Sohn erstmal für eine Stunde fischen. Sein Arbeitstag beginnt um neun Uhr, in der Mittagspause geht er oft mit seiner Frau essen, zwischen vier und fünf ist Feierabend, keine Arbeit bleibt liegen. Rado sagt: "Ich genieße jeden Moment und habe ununterbrochen Spaß."

Seine Augen leuchten wie bei einem Kind, das die Fähigkeit noch nicht verlernt hat, den Moment zu genießen. "Das Leben ist sehr stressfrei, gerade für einen Mediziner passiert hier extrem wenig". Der Preis, den er dafür zahlt: Er kann aus seinem Paradies nicht weg, denn er hat immer Rufbereitschaft. Nur wenn er sich eine Vertretung organisiert, kann er die Insel verlassen.

Für den Mediziner muss es persönlich immer vorangehen. Das er dennoch auf einer Insel lebt, auf der nicht viel passiert, ist für ihn kein Widerspruch, denn weiterentwickeln müsse man sich nur aus sich selbst heraus, sagt er. Das nächste berufliche Projekt, das in seinem Kopf immer weiter Form annimmt, ist eine Teleradiologie für mehrere Karibik-Inseln.

Alltag in der Karibik. Rado ist mit den Kindern am Strand, die Klinik ruft an, ein Notfall. Rado organisiert sich einen Computer, lässt sich die Aufnahmen schicken, stellt die Diagnose, ruft in der Klinik an und die Arbeit ist erledigt.

So könnte es auch laufen, wenn die Klinik auf einer anderen Insel wäre, sagt er. So ist Yaron Rado immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Die Insel ist für ihn zu einem Paradies geworden.

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