Doping

Spanischer Arzt Fuentes verurteilt

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MADRID. Der spanische Dopingarzt Eufemiano Fuentes ist zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Im größten spanischen Dopingprozess um die "Operación Puerto" sah es das Madrider Gericht in seinem am Dienstag verkündeten Urteilals erwiesen an, dass der Mediziner die Gesundheit seiner Kunden gefährdet hat.

Die Staatsanwaltschaft hatte das doppelte Strafmaß gefordert. Fuentes wird aber wohl nicht ins Gefängnis müssen. Haftstrafen von bis zu zwei Jahren werden in Spanien in der Regel zur Bewährung ausgesetzt.

Fuentes hatte Dutzenden Sportlern, vor allem Radprofis, beim Doping mit Eigenblut geholfen. Drei weitere Angeklagte wurden freigesprochen.Zugleich entschied die Richterin Julia Patricia Santamaria, die bei der Anti-Doping-Razzia 2006 sichergestellten Blutbeutel nicht freizugeben.

Internationale Verbände und Behörden wie die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatten gehofft, dadurch Dopingsünder nachträglich überführen zu können. Die Richterin ordnete zudem an, die bei Fuentes sichergestellten Computerdaten zu vernichten. (dpa)

Kommentare
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Dr. Horst Grünwoldt

Doktor Dracula

Na endlich wurde Dr. Fuentes (span. la fuente, die "Quelle") wegen Gesundheitsgefährdung von Hochleistungs-Sportlern vor einem ordentlichen Gericht verurteilt.
Über das Strafmaß mag man diskutieren. Jedenfalls dürften zukünftig gesunde Athleten bei ihm kein Eigen-Blut mehr zum Zwecke der Überlagerung und späteren Re-Infusion für teures "Honorar" (=Ehrensold) abzapfen lassen.
Der ganze Spuk -wie auch der des Dr. Franke mit der UV-bestrahlten 50 ml Vollblutspende für die vermeintliche Infektabwehr- hätte von den Anti-Doping-Experten der WADA/NADA längst als medizinischer Unsinn entlarvt werden müssen.
Solange nämlich "Blut-Doping" noch auf der Verbotsliste steht, wird es immer wieder naive Sportler geben, die sich davon eine "unerlaubte" Eigen-Leistungs-Steigerung versprechen.
Das wird genau so funktionieren, wie die Alkohol-Beschaffung über die Mafia während der nordamerikanischen Prohibition der zwanziger Jahre!
Und dafür teure Euros bezahlen - notfalls auch mit dem Thrombose-, Autoimmun- oder Embolie- Risiko.
Daß das ordentliche spanische Gericht die zahlreichen, gutgläubigen Blutspender durch unschädliche und anonyme Vernichtung der überlagerten Blutbeutel vor einem öffentlichen Schauprozeß durch die fragwürdige Vereinsgerichtsbarkeit der WADA (und deren Gen.Sekr. David Howman) schützt, ist nur gerecht.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock


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