Ermittlungen
Studie vorgetäuscht? Behörden ermitteln gegen Hausarzt wegen sexuellen Missbrauchs an Jugendlichen
Ein Hausarzt aus dem Landkreis Coburg soll Jugendliche im Zusammenhang mit einer vermeintlichen wissenschaftlichen Studie an intimen Körperstellen untersucht haben. Nun sitzt der Mann in Untersuchungshaft.
Veröffentlicht:Coburg. Ein Hausarzt aus dem Landkreis Coburg befindet sich wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen in Untersuchungshaft. Das meldet die Nürnberger Nachrichtenagentur News5.
Die Agentur verweist auf Medienberichte, denen zufolge der Mediziner Jugendliche im Zusammenhang mit einer vermeintlichen wissenschaftlichen Studie an intimen Körperstellen untersucht haben soll. Für ihre Teilnahme sollen die Jugendlichen Geld erhalten haben. Die Ermittlungsbehörden vermuten, dass die angebliche Studie lediglich als Vorwand diente, um die Untersuchungen zu rechtfertigen.
Bei Durchsuchungen der Arztpraxis und des privaten Wohnhauses des Beschuldigten sollen zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden sein. Darunter befinden sich den Berichten zufolge auch intime Foto- und Videoaufnahmen.
Zahlreiche Jugendliche könnten betroffen sein
Nach Einschätzung der Ermittler könnten zahlreiche Jugendliche von den mutmaßlichen Handlungen betroffen sein. Dabei soll es sich überwiegend um männliche Jugendliche handeln.
Um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, habe die Staatsanwaltschaft Coburg nach bisherigen Medienberichten Fragebögen an mehrere hundert Patienten verschickt, heißt es bei News5. Darin werden die Betroffenen gebeten, ihre Erfahrungen mit den Untersuchungen zu schildern. Zudem sollen sie Angaben zu möglichen Beschwerden, zum Umgang mit angefertigten Bildaufnahmen und zu etwaigen Zahlungen für die Teilnahme an der vermeintlichen Studie machen.
Ermittlungen dauern an
Ein medizinischer Sachverständiger soll im Rahmen des Verfahrens untersuchen, wie die beschriebenen Untersuchungen im Zusammenhang mit der angeblichen Studie medizinisch einzuordnen sind. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob die Untersuchungen medizinisch begründet waren.
Die Ermittlungen sind weiterhin nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird die Auswertung der sichergestellten Beweismittel sowie der eingegangenen Patientenfragebögen voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern. (eb/kaha)







