Verhandlungssache

Ärzte an Unikliniken: MB startet Tarifrunde mit Acht-Prozent-Forderung

Im Wettbewerb um medizinische Fachkräfte geben nicht zuletzt die Verdienstchancen in öffentlichen Kliniken einen Vergleichsmaßstab ab. Auch ambulant dürfte deshalb von Interesse sein, wie sich der Arztlohn hier entwickelt.

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Hannover. „Acht Prozent mehr Geld!“ – lautet die Forderung, mit der die Ärztegewerkschaft Marburger Bund in die diesjährigen Tarifverhandlungen mit den Ländern geht. Die erste Gesprächsrunde fand am Dienstag (28. April) in Hannover statt; verhandelt wird der Tarifvertrag für die bundesweit rund 20.000 Ärztinnen und Ärzte an 23 Universitätskliniken. In der aktuellen Tarifrunde habe man „lediglich die Entgelttabelle gekündigt“, heißt es, und beschränke sich darauf, die Gehälter über 12 Monate linear um den genannten Satz aufstocken zu wollen.

Verhandlungsführer der Arbeitnehmer ist der Rechtsanwalt und stellvertretende MB-Geschäftsführer Christian Twardy. Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) wird von Schleswig-Holsteins Finanzministerin Dr. Silke Schneider angeführt. Planmäßig sind den Angaben zufolge drei Verhandlungsrunden angesetzt, die nächste soll am 21. und 22. Mai in Berlin stattfinden.

In der vorangegangenen Tarifrunde hatte im März 2024 der MB zehn Prozent Gehaltserhöhung und zudem eine Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit um zwei Stunden (bei vollem Lohnausgleich) erreicht. Seine jüngste Gehaltsforderung begründet der MB mit der „hohen körperlichen und psychischen Leistungsbereitschaft von Ärztinnen und Ärzten“ im Rahmen universitärer „Spitzenmedizin“. Die müsse auch „eine angemessene finanzielle Kompensation erfahren“.

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Schneider erklärte dazu auf Nachfrage, Entgelterhöhungen müssten allerdings „dauerhaft finanzierbar sein und in die Gesamtentwicklung der Gehälter im öffentlichen Dienst passen“. Die MB-Forderung nach acht Prozent Lohnerhöhung sei „daher nicht realistisch“. Zugleich zeigt sich die Verhandlungsführerin der Länder zuversichtlich, „dass wir in konstruktiven Gesprächen eine Lösung finden werden, die der Leistung der Ärztinnen und Ärzten gerecht wird und gleichzeitig die finanzielle Situation der Länder und der Universitätskliniken berücksichtigt“. (cw)

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