Gesetzesinitiative

Ärzte genießen Vertrauen beim Thema Organspende

Der geplante Systemwechsel in der Organspende bleibt fraktionsübergreifend umstritten.

Veröffentlicht: 26.09.2019, 18:55 Uhr

BERLIN. Die Widerspruchsregelung bei der Organspende stößt nach wie vor auf heftigen Widerstand. Zwar haben sich gesundheitspolitische Schwergewichte wie BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Bundestags dafür ausgesprochen, dass jeder Mensch ab einem Lebensalter von 16 Jahren Organspender sein soll, falls er keinen offiziellen Widerspruch hat registrieren lassen.

Dass eine solche Regelung die Zahl der Organspender tatsächlich erhöht, ist aber umstritten. „Es gibt keine Daten dafür, dass eine Widerspruchslösung geeignet ist, die Organspenderate signifikant zu erhöhen, sagte die Ärztin und Abgeordnete der Grünen, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Die hatten die Initiatoren einer Gesetzesinitiative gegen den von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Professor Karl Lauterbach (SPD) vorgelegten Entwurf eines Gesetzes pro Widerspruchslösung einberufen.

Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, betonte die Bedeutung der Hausärzte bei der Entscheidungsfindung. Sie sollen ihre Patienten regelmäßig zu dem Thema beraten und dafür auch vergütet werden. Die Ärzte genössen an dieser Stelle das höchste Vertrauen, sagte Aschenberg-Dugnus.

Kathrin Vogler von der Linksfraktion sprach sich ebenfalls für die Entscheidungslösung aus. Die Widerspruchsregelung verletze das Selbstbestimmungsrecht der Menschen und mache sie zu „Objekten staatlicher Zugriffsmöglichkeiten“.

Der Hausarzt und Abgeordnete Stephan Pilsinger (CSU) betonte die Bedeutung einer selbstbestimmten und dokumentierten Entscheidung für oder gegen die Organspende. Das alleine entlaste die Angehörigen .

„Wir wollen eine öffentliche Debatte“ sagte die ehemalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Über die Organspende zu diskutieren, sei ein Wert an sich. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit einer abschließenden Entscheidung des Bundestags noch in diesem Jahr. (af)

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