Arzneimittel-Versender wenden sich gegen Verbote

BERLIN (HL). Die legalen Versandapotheken in Deutschland halten es für verfehlt, dass für rezeptpflichtige Arzneimittel ein Versandverbot eingeführt werden soll. Das sieht eine Bundesratsinitiative von Bayern und Sachsen vor, die heute im Fachausschuss der Länderkammer beraten wird.

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Gestern wandte sich der Bundesverband der Versandapotheken mit drei Argumenten gegen die vor allem aus Bayern stammenden Pläne:

Arzneimittelfälschungen: Seit Monaten läuft eine Kampagne der ABDA und ihrer Unterorganisationen, die einen Zusammenhang zwischen Arzneimittelfälschungen und Versandhandel zu konstruieren versucht, ohne dabei stets zwischen den illegalen Internet-Angeboten und den zugelassenen Versandapotheken in Deutschland zu unterscheiden. Tatsache, so die deutschen Versandapotheken, sei, dass im legalen deutschen Versandhandel Fälschungen nicht bekannt geworden seien. Auch nach Auffassung des Bundeskriminalamtes seien Versandpotheken in der legalen Verteilerkette nicht anfälliger als konventionelle Präsenzapotheken. Werde hingegen der legale Versandhandel aus deutschen Apotheken verboten, öffne das illegalen Anbietern aus dem Ausland Tür und Tor.

Versorgung: Gerade für immobile, ältere und chronisch kranke Menschen mit weitem Weg zur lokalen Apotheke sei der Versandhandel eine Option für eine sichere und günstige Arzneimittelversorgung.

Gefährdung konventioneller Apotheken: Die sehen die Versandapotheken nicht. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der Apotheken leicht auf 21 570 erhöht, der durchschnittliche Umsatz je Apotheke wuchs trotz steigenden Marktanteils der Versender (vier Prozent) von 1,5 auf 1,7 Millionen Euro.

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