Barmer-Chef fordert Lastenverteilung

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BREMEN/BERLIN (dpa). Der Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse, Johannes Vöcking, hat vor dem Hintergrund des Defizits von 7,4 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds eine gerechte Verteilung der Kosten gefordert. Auch Arbeitgeber müssten ihren Beitrag leisten. "Sie dürfen sich nicht aus ihrer sozialen Verantwortung verabschieden", sagte Vöcking dem "Weser Kurier". "Die zusätzlichen Lasten sollten auf alle Schultern verteilt werden."

Wenn der Staat andere Branchen und Teile der Gesellschaft unterstütze, dann könne er nicht die Folgen der Krise für den Gesundheitsfonds alleine den Arbeitnehmern aufhalsen. Die Sorgen vor einer Erhöhung des Arbeitgeberanteils wegen der Belastung der Lohnnebenkosten kann der Barmer-Chef nicht nachvollziehen. "Ich würde sie als weniger gravierend einschätzen als die Auswirkungen höherer Beitragszahlungen der Arbeitnehmer auf den Konsum."

Vöcking plädiert deshalb für eine Vierteilung der zusätzlichen Lasten: "Ein Stück mehr Steuerfinanzierung, ein Stück mehr auf der Arbeitgeberseite, ein Stück mehr Sonderbeitrag, aber auch ein Stück mehr bei den Leistungserbringern wie Ärzten und Krankenhäusern."

Auch der Sozialverband VdK warnte die neue Bundesregierung davor, das Milliardendefizit bei den Krankenkassen ausschließlich auf dem Rücken der Versicherten abzuladen. Das Solidarprinzip dürfe nicht weiter ausgehöhlt werden, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der "Rheinpfalz am Sonntag". So sollten etwaige Zusatzbeiträge der Krankenkassen nicht allein von den Arbeitnehmern getragen werden.

Auf keinen Fall werde der VdK die ins Gespräch gebrachte Streichung der Obergrenze für Zusatzbeiträge von einem Prozent des Bruttoeinkommens akzeptieren. Weitere Einsparmöglichkeiten sieht Mascher bei den Arzneimittelkosten. Wenn wie in anderen Ländern auch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz erhoben werde, ließen sich zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr einsparen.

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