Umstrukturierung

Barmer GEK streicht 3500 Stellen

Für die Krankenkasse Barmer GEK steht ein weiteres Reorganisations-Programm auf der Tagesordnung: Nachdem 2012 bereits die Hauptverwaltungen verschlankt wurden, sind nun die Geschäftsstellen in der Fläche dran. 3500 Stellen könnten damit wegfallen.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Ein Schild weist am 24.02.2014 in der Innenstadt von Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) den Weg zu einer Geschäftsstelle der Barmer GEK. Die zweitgrößte deutsche Krankenkasse, Barmer GEK, will umfassend umstrukturieren. Mittelfristig würden 3500 Stellen abgebaut.

Ein Schild weist am 24.02.2014 in der Innenstadt von Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) den Weg zu einer Geschäftsstelle der Barmer GEK. Die zweitgrößte deutsche Krankenkasse, Barmer GEK, will umfassend umstrukturieren. Mittelfristig würden 3500 Stellen abgebaut.

© Henning Kaiser / dpa

KÖLN. Die Barmer GEK verschlankt sich und gibt sich ein neues Gesicht. Deutschlands zweitgrößte Krankenkasse halbiert das Geschäftsstellennetz und setzt verstärkt auf die Kundenbetreuung via Telefon, Mail oder moderne Medien.

Gleichzeitig will die Barmer GEK für die verschiedenen Leistungsbereiche die Kompetenz in Fachzentren bündeln. Die Umorganisation wird mittelfristig 3500 von 16.900 Stellen kosten.

Das Konzept für die Reorganisation ist am Freitag vom Verwaltungsrat der Barmer GEK einstimmig verabschiedet worden. Es ist Teil eines umfassenden Effizienzprogramms, mit dessen Umsetzung die fusionierte Kasse bereits 2012 begonnen hat.

Damals standen die Hauptverwaltungen in Wuppertal und Schwäbisch Gmünd im Fokus. Jetzt ist die Fläche an der Reihe. Die Kasse hat inzwischen auch ihr Leistungsangebot ausgeweitet und ein neues Markenprofil entwickelt: "Gesundheit weiter gedacht".

Die jetzt eingeläutete Neuorganisation soll jährlich Einsparungen von 250 Millionen Euro bis 300 Millionen Euro bringen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Christoph Straub betont aber, dass die Umstrukturierung kein Sparprogramm sei. Es gehe darum, die neuen technischen Möglichkeiten nutzen und Effizienzpotenziale zu schöpfen.

Das soll etwa über die Errichtung von 35 bis 40 Fachzentren geschehen. Die Mitarbeiter dort sollen sich künftig auf einen der zehn Leistungsbereiche der Barmer spezialisieren, wie ambulante Leistungen, Kliniken, Medizinprodukte und Hilfsmittel oder auch das Versorgungsmanagement und die Abrechnungen.

BarmerGEK erwartet für 2013 Gewinn

"Wir gewinnen Kompetenz und Betreuungsqualität durch eine Bündelung", sagte Straub im Interview mit dem "ARD-Morgenmagazin". Sowohl die Versicherten als auch die Ärzte und andere Leistungserbringer sollen von der thematischen Fokussierung profitieren.

Die Zahl der Geschäftsstellen wird nach den Plänen innerhalb von vier Jahren von 800 auf 400 sinken. Für immobile Versicherte gebe es weiterhin die Möglichkeit von Hausbesuchen, betont die Kasse. Zudem will sie mobile Geschäftsstellen aufbauen. Wie genau diese aussehen sollen, werde sich erst in den kommenden Monaten herausstellen, sagte ein Sprecher.

Die Barmer GEK setzt auf einen sozialverträglichen Stellenabbau, kann betriebsbedingte Kündigungen aber nicht ausschließen. Die Gewerkschaft Verdi hat bereits vor einem Kahlschlag zulasten der Versicherten und der Beschäftigten gewarnt.

Auch Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) sieht die geplanten Einschnitte bei der Barmer GEK kritisch und warnt vor Einschnitten im Service.

Mit der Effizienzsteigerung will sich die Barmer GEK auch auf die sich ändernden Wettbewerbsbedingungen einstellen. Die noch gute Finanzausstattung der Kassen werde sich spürbar verschlechtern, sagte Straub.

"Während die Ausgaben für Medikamente, Kliniken und Ärzte anziehen, stehen auf der Einnahmeseite reduzierte Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds bevor." Das Jahr 2013 wird die Kasse voraussichtlich mit einem Gewinn von 91 Millionen Euro abschließen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Rosskur für die Barmer GEK

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