Berufspolitik

Brandenburg: Ministerin will Ärzte umverteilen

Gesundheitsministerin Anita Tack fordert, im Versorgungsgesetz ein Umverteilungsinstrument für Ärzte einzuplanen.

Veröffentlicht: 24.09.2011, 12:01 Uhr

POTSDAM (ami). Die Brandenburgische Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) hat nochmals Änderungen am Versorgungsstrukturgesetz angemahnt.

An erster Stelle stehe für sie ein wirksames Umverteilungsinstrument bei der ärztlichen Versorgung, das die Überversorgung in den Großstädten zugunsten der schlechter ausgestatteten Regionen ab- und umbauen hilft. Dies fehle aber im Gesetzentwurf, kritisierte Tack bei einer Veranstaltung der BKK Brandenburg in Neuzelle.

Überversorgung nicht mal in Potsdam

Der Chef der KV Brandenburg (KVBB) Dr. Hans-Joachim Helming hält dieser Forderung entgegen, dass es in Brandenburg nirgends Überversorgung gebe, auch nicht in der Landeshauptstadt Potsdam.

Darauf habe er die Ministerin mehrfach hingewiesen, sagte er der Vertreterversammlung der KV Brandenburg, bevor die Politikerin ihre Forderung erneuert hat.

Tack forderte außerdem, dass die Grenzen zwischen den Sektoren der ambulanten und stationären Versorgung aufgebrochen werden müssten. Den geplanten "dritten Sektor" für spezialärztliche Versorgung hält sie hier aber für kontraproduktiv.

Es sei nicht akzeptabel, dass dieser Sektor vor allem zu Lasten der allgemeinen Grundversorgung gehen würde, so Tack. Sie verwies darauf, dass die Bundesländer einhellig Kritik an diesem Teil des Gesetzesvorhabens geäußert haben.

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