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Bremer Methadonprogramm gerät ins Zwielicht

Nach dem Fund von Cannabis-Spuren in den Haaren von Kindern drogensüchtiger Eltern zeigen sich Politiker ratlos.

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Methadon zur Substitutionstherapie: In Bremen gerät das Programm erneut in die Kritik.

Methadon zur Substitutionstherapie: In Bremen gerät das Programm erneut in die Kritik.

© bonn-sequenz / imago

BREMEN (cben). Bei fünf von 28 Kindern von Drogensüchtigen im Bremer Methadonprogramm wurden in den Haaren Spuren von Cannabis gefunden.

Entsprechende Untersuchungsergebnisse haben das Institut für Rechtsmedizin an der Berliner Charité und das Institut für Rechtsmedizin am Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf vorgelegt.

"Bei weiteren zehn Kindern haben die Wissenschaftler geringe Belastungen von Methadon und/oder Kokain in den Haaren gefunden", teilte das Bremer Gesundheitsressort mit.

Bewusst verabreicht oder "unfallmäßig" aufgenommen?

"Das spricht dafür, dass in der Umgebung des Kindes mit Drogen umgegangen wird. In einem Fall ist - obwohl eine höhere Konzentration von Methadon nachgewiesen wurde - davon auszugehen, dass auch hier eine Kontamination von außen erfolgt ist", hieß es weiter.

Bei fünf Kindern wurden keine Rückstände gefunden. Bei sieben weiteren Kindern wurden höhere Konzentrationen von Kokain, Methadon und einmal von Heroin nachgewiesen.

Daraus könne man in Einzelfällen schließen, "dass die Stoffe durch den Körper des Kindes gingen. Eine bewusste Verabreichung kann durch die Haaranalyse grundsätzlich nicht von einer zufälligen oder unfallmäßigen Aufnahme unterschieden werden", so das Sozialressort.

Kritik gab es bereits vor Jahren

Nach den ersten Funden von Drogen-Spuren hatte es harsche Kritik an dem Methadon-Programm gegeben. Man könne substituierten Eltern nicht pauschal die Fähigkeit absprechen, für ein drogenfreies Umfeld ihrer Kinder zu sorgen, sagte Bremens Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD).

"Allerdings müssen wir auch sehen, dass erschreckend viele Kinder mit Drogen in Berührung kommen." Nun soll der Kontrakt überarbeitet werden, der mit substituierten Eltern geschlossen wird.

Zudem wurde festgelegt, dass die Kinderhaare regelmäßig untersucht werden. Unterdessen hat sich erstmals der "Runde Tisch Substitution" bei der KV Bremen getroffen.

Lesen Sie dazu auch: Ein Methadonprojekt mit vielen Widerständen

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