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Kommentar zur Enquete-Kommission in Mecklenburg-Vorpommern

Disziplin statt Provokation

Die Zukunft der medizinischen Versorgung im Nordosten soll eine Enquete-Kommission im Blick haben. Doch der raue Umgangston sorgt offenbar für erheblichen Missklang.

Von Dirk Schnack Veröffentlicht:

Es ist ein Erfolg, dass der Landtag Mecklenburg-Vorpommern eine Enquete-Kommission zur Zukunft der medizinischen Versorgung einberufen hat. Es ist ein Erfolg, dass sich in diesem Gremium Vertreter der Selbstverwaltung mit Politikern aller Landtagsfraktionen austauschen und es ist ein Erfolg, dass dabei die zentralen Herausforderungen nicht nur adressiert, sondern auch vertieft und mit Expertenwissen diskutiert werden.

Bei der Suche nach einvernehmlichen Lösungen jedoch stehen die Erfolge noch aus. Zur Halbzeit der auf ein Jahr angelegten Arbeit zeigt sich, wie schwer solche Lösungen bei gegensätzlichen Interessen zu erzielen sind. Neben dem Willen zum Kompromiss braucht es dafür auch Disziplin. Das fängt bei der Wortwahl an: Wenn beispielsweise die KV von „blutigen Entlassungen“ spricht, provoziert sie eine Reaktion der Krankenhausgesellschaft, die prompt erfolgt. So läuft man Gefahr, sich auf Nebenkriegsschauplätzen zu verausgaben, sich hinter altbekannten Positionen zu verschanzen oder sich sogar weiter voneinander zu entfernen.

Ob ausgerechnet so eine Lösung für eine der zentralen Herausforderung, der Sektor übergreifenden Zusammenarbeit, gelingen kann? Noch bleibt den Protagonisten dafür ein halbes Jahr Zeit - sie sollten sie nutzen.

Denn was passiert, wenn man keine Lösungen findet? Schon vor der Pandemie war in vielen Regionen erkennbar, dass das Personal für die Gesundheitsversorgung nicht ausreicht und dass die vorhandenen Mitarbeiter immer stärker belastet werden. Ihnen hilft kein Verharren auf altbekannten Positionen, nur Lösungen, wie man die Versorgung tragfähig gestaltet.

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