Berufspolitik

Emsland plant Verwöhnpaket für junge Ärzte

Um Jungmediziner ins unterversorgte Emsland zu locken, planen Landrat, Kassenärztliche Vereinigung und Krankenhäuser der Region eine ganze Reihe von Erleichterungen für den Berufsstart.

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MEPPEN (cben). Der Landkreis Meppen in Niedersachsen nimmt sich der medizinischen Versorgung an. Mit der Gründung einer Weiterbildungsgesellschaft namens "Meilensteine" wollen Politiker, Vertreter der KV Niedersachsen und der sieben Kliniken in der Region dem drohenden Ärztemangel im ländlichen Emsland entgegentreten.

Anja Rohde, Sprecherin des Landkreises, sagte der "Ärzte Zeitung: "Die besonderen Angebote der Weiterbildungsgesellschaft sollen Repetitorien, Zuschüsse zu Ausbildungsmaterialien und eine Verbundweiterbildung sein, das heißt Begleitung der Jungmediziner durch ein Curriculum, das feste Stationen in Krankenhäusern oder bei niedergelassenen Ärzten festlegt."

Bestandteil seien auch Arbeitszeitmodelle im Sinn einer Work-life-Balance, die in enger Kooperation mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern vor allem Frauen eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen.

Die Initiatoren setzen zudem auf die Heimatverbundenheit der Medizinstudierenden der Region und haben für sie eine spezielle Homepage freigeschaltet. Die eingetragenen Interessenten erhalten regelmäßig Informationen aus dem Landkreis, um die Bindung in den Nordwesten der Republik zu stärken.

Gegenwärtig umfasse die Ende vergangenen Jahres eröffnete Liste bereits 119 Einträge, sagte Rohde. Den Mitgliedern des Anschriftenpools werden Seminare und Tagungen zur Wissenserweiterung angeboten, Chancen zum Erfahrungsaustausch eröffnet und Kontakte zu ärztlichen Praktikern vermittelt, hieß es.

Das Curriculum für die Verbundweiterbildung wird unter anderem von ärztlichen Vertretern der KV Niedersachsen entwickelt. "Meines Wissens ist das Projekt das erste, das so viele Kliniken in einen Weiterbildungsverbund zusammenschließt", sagte Oliver Christoffers, Geschäftsführer der KVN-Bezirksstelle Osnabrück, der "Ärzte Zeitung". Das Projekt dürfte gerade im Emsland sinnvoll sein. Der Versorgungsgrad bei Hausärzten liege derzeit bei nur 84 Prozent, so Christoffers.

Initiiert wurde das Projekt vom Emsländer Landrat Hermann Bröring. Das Stammkapital für die "Meilensteine" von 25 000 Euro zahlt zu mehr als 50 Prozent der Landkreis, der Rest kommt von der Kassenärztliche Vereinigung Niedersachen und zu geringeren Teilen von den sieben Krankenhäusern der Region.

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