Finanzergebnis für das erste Quartal

Ersatzkassen rauschen ins Minus

Die Ersatzkassen haben im ersten Quartal dieses Jahres ein Defizit von 151 Millionen Euro eingefahren. Das geht aus vorläufigen Rechnungsergebnissen des vdek hervor.

Veröffentlicht: 04.06.2019, 18:21 Uhr
Finanzsituation bei den Ersatzkassen: "Die Zeit der Überschüsse in der GKV geht vorbei", kommentierte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner die Zahlen.

Finanzsituation bei den Ersatzkassen: "Die Zeit der Überschüsse in der GKV geht vorbei", kommentierte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner die Zahlen.

© xxxx_3D / Fotolia

BERLIN. Defizit in der Kasse der Ersatzkassen: Im ersten Quartal des Vorjahres konnten die sechs Kassen mit zusammen rund 28 Millionen GKV-Versicherten noch einen Überschuss von 122 Millionen Euro verbuchen. Jetzt steht ein Defizit vo 151 Millionen Euro zu Buche.

Gründe für das Defizit seien zum einen die gesunkenen Zusatzbeiträge bei der Techniker Kasse sowie der hkk zum Jahresanfang. Zum anderen registriert der Ersatzkassenverband aber auch stark gestiegene Leistungsausgaben von 4,8 Prozent je Versicherten. Die Einnahmen nahmen im gleichen Zeitraum dagegen nur um 3,6 Prozent zu.

„Die Zeit der Überschüsse in der GKV geht vorbei“, kommentierte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner die Zahlen auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“. Zudem würden kostenintensive Gesetze wie das Pflegepersonalstärkungsgesetz und das jüngst in Kraft getretene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) erst im Laufe des Jahres ihre Finanzwirkung entfalten.

Der Wettbewerbsdruck in der GKV werde sich weiter erhöhen. „Umso wichtiger ist es, dass nun wirklich faire Wettbewerbsbedingungen hergestellt werden“, so Elsner. Sie drängte darauf, dass die Koalition im geplanten „Faire-Kassenwahl-Gesetz“ die Reform des Morbi-RSA wie im Entwurf vorgesehen umsetzt. Besonders umstritten ist die geplante bundesweite Öffnung der AOKen inklusive einer einheitlichen Aufsicht über alle Kassen. (fst)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Michael Rasch

Die Parallelen in der Politik sind unübersehbar.

Solange die Steuern flossen wurden Geschenke in der Rente verpackt. Diese sind dann schwerlich zu stemmen wenn die Steuereinnahmen zurückgehen.

Bei den Krankenkassen ist unbestritten Vermögen aufgebaut. Da wird so lange am Leistungskatalog als auch der Verwendung des Vermögens herumgearbeitet bis auch da dann die Not wieder groß ist und ein Streichkonzert beginnt.

Es gehört auch Weitsicht in der Politik dazu und sich gegen Begehrlichkeiten zu stemmen. Die letzten Wahlen haben hier einen wiederholten Denkzettel gegeben.


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