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Gesundheitsvorsorge

Warken will Präventionspotenziale nicht links liegen lassen

Bei der Krankheitsvermeidung gebe es Luft nach oben, betont Gesundheitsministerin Nina Warken bei einer Veranstaltung des AOK-Bundesverbandes. Für eine wirksame Präventionsstrategie gehörten alle Akteure an einen Tisch geholt – und geeint.

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Eine Herzform mit Lebensmitteln wie Tomaten, Brockoli auf einem Tisch.

Gesunde Ernährung befördern, aber wie? Ein Thema beim ersten Präventionsgipfel des AOK-Bundesverbandes in Berlin.

© Andrew505/stock.adobe.com

Berlin. Prävention ist in Deutschland gerade in Mode – zumindest in der gesundheitspolitischen Debatte: Ein Verbändebündnis fordert, dem Thema mithilfe einer „Bundesstiftung“ Auftrieb zu verschaffen. Die Betriebskrankenkasse mkk wiederum hat eine Bundestags-Petition gestartet, um das „Recht auf Gesundheit“ im Grundgesetz zu verankern.

Jetzt hat der AOK-Bundesverband mit einem „Präventionsgipfel“ nachgelegt. Angesichts steigender Sozialbeiträge, hoher Krankheits- und volkswirtschaftlicher Folgekosten sowie des schlechten Abschneidens im europäischen Public Health Index stehe Deutschland unter Zugzwang, begründet AOK-Vorständin Dr. Carola Reimann den Vorstoß der Ortskrankenkassen.

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Reimanns Hoffnung: „Wenn wir das Thema politisch priorisieren und jetzt eine echte Präventionswende einleiten, gibt es die Chance auf mehr gesunde Lebensjahre, weniger Behandlungskosten und ein stabileres Gesundheitssystem.“

Tatsächlich fristet Prävention hierzulande einen Nischendasein. Nur ein Bruchteil der rund 327 Milliarden Euro, die die Krankenkassen zuletzt ausgegeben haben, floss in die Vermeidung von Krankheiten. Und nur wenig Geld wird für Verhältnisprävention bereitgestellt. Auf die komme es aber an, predigen Forscher seit Jahren.

„Können und müssen mehr tun“

Es sei keine neue Erkenntnis, dass Deutschland bei Prävention und Gesundheitsvorsorge mehr tun könne und mehr tun müsse, stimmte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zum Auftakt des ersten AOK-Präventionsgipfels am Donnerstag in den Kanon ein.

Es verbiete sich, das enorme Potenzial, das die Vermeidung nichtübertragbarer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes oder psychische Störungen habe, „links liegen zu lassen“.

Es sei nie zu spät, hier mehr zu investieren. „Wir müssen es jetzt tun“, so Warken. Gelinge es, Krankheiten zu vermeiden, helfe das, wichtige – auch ärztliche – Ressourcen zu schonen.

Konkret schwebt der Bundesregierung laut Warken die Auflage einer „Präventionsstrategie“ vor. Für deren Ausgestaltung seien alle Akteure „an einen Tisch zu bringen“. Warken verwies auf eine Erkenntnis des Wissenschaftsrates. Der habe unter anderem festgehalten, dass die Zersplitterung der Präventionslandschaft ein Kernproblem sei.

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In einem Positionspapier zum Thema Prävention hatte der Wissenschaftsrat zuletzt moniert, dass das deutsche Gesundheitssystem „stark auf Therapie und Behandlung ausgerichtet“ sei, „während präventive Ansätze eine nachgeordnete Rolle“ spielten.

Gerade diese Ansätze könnten jedoch einen Hebel darstellen, „um Lebensqualität und Wohlbefinden zu unterstützen, das Gesundheitssystem zu entlasten und gesellschaftliche wie individuelle Leistungs- und Teilhabefähigkeit zu fördern“.

Abgaben auf Ungesundes? Ein schmaler Grad

Warken ging am Donnerstag auch auf Forderungen nach Abgaben und Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel ein. Die WHO befürworte derartige Schritte – und es handele sich um gute Vorschläge. Sie verschließe sich der Diskussion darüber nicht.

Es brauche für die Umsetzung jedoch einen partei- und ressortübergreifenden Konsens. Man dürfe die Menschen auch nicht bevormunden bei dem Thema. Es handele sich für die Politik um einen „schmalen Grad der Kommunikation“. Aber es lohne sich, diesen zu betreten.

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AOK-Vorständin Reimann betonte, es gehe nicht um Bevormundung und Verbote, sondern um gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen. „Dazu braucht es eine mutige und entschlossene Präventionspolitik, die ressortübergreifend vorgeht, Gesundheit in allen Politikbereichen verankert und die das gesunde Verhalten im Alltag erleichtert.“

Im Übrigen, so Reimann, liege die Bevormundung darin, dass die Politik bisher viele Maßnahmen im Bereich der Prävention nicht umsetzt habe, obwohl sich die Mehrheit der Bürger laut verschiedener Befragungen genau dies wünsche. (hom)

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Kommentare
Dr.med. Franz H. Müsch 05.03.202620:51 Uhr

Die Präventionspotenziale werden bei den grundsätzlich (!) präventablen und daher ärztlicherseits anzeigepflichtigen N = 85 ( !!! ) BERUFSKRANKHEITEN ( https://www.gesetze-im-internet.de/bkv/anlage_1.html ) amtlicherseits besonders angegangen: lt. § 1 SGB VII sind sie von den GUV-Trägern (z. B. Berufsgenossenschaften) mit "... a l l e n geeigneten Mitteln ... zu verhüten ..."
Müsch, Arbeitsmed. Berufskrankheiten-Zusammenhangsgutachter

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