Fachärzte sehen nur Verschnaufpause durch Konvergenz

MÜNCHEN (sto). Die Konvergenzlösung zur Honorarreform ist nach Ansicht der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) Bayern "im Prinzip richtig", darf jedoch nicht überstrapaziert werden.

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Das Problem sei, dass die Kassen die für die Begrenzung der Honorarverluste auf fünf Prozent notwendigen zusätzlichen Gelder nicht aufbringen wollen, erklärte der Vorsitzende der GFB Bayern, Dr. Thomas Scharmann. Die KV Bayerns (KVB) sei deshalb gezwungen, die Auffanglösung aus dem vorhandenen, ohnehin schon knappen Geld zu finanzieren.

"Diese Umverteilung bringt den hochspezialisierten Praxen, wie Internisten, Radiologen, Operateuren und Belegärzten, die sich unter hohen Qualitätsanforderungen aus Sonder- und Strukturverträgen finanziert haben, nur eine kurze Verschnaufpause", erklärte Scharmann, der auch Bundesvorsitzender des Deutschen Facharztverbandes (DFV) ist. Auf der anderen Seite müssten Versorgerpraxen die Fünf-Prozent-Rettung aus ihren ohnehin schon niedrigen Regelleistungsvolumina mitfinanzieren. Die innerärztliche Solidarität dürfe daher nicht überspannt werden, erklärte Scharmann.

Von den Kassen erwarte er die Bereitschaft zu einer differenzierten, leistungsgerechten Vergütung ohne Budgetzwänge sowie eine spürbare Unterstützung der fachärztlichen Grundversorgung im Flächenland Bayern, teilte Scharmann mit.

Die Aktionen in der Öffentlichkeit und die Diskussionen über Praxisschließungen, Kostenerstattung und Kostenübernahme durch die Kassen seien ein deutliches Signal, aber auch ein Hilferuf. "Wir können so nicht mehr weitermachen", erklärte Scharmann. Es bestehe jetzt die Chance, die Schwächen der neuen Honorarordnung auszumerzen. Notwendig sei eine Neukalkulation des EBM auf der Basis des aktuellen Punktwertes von 3,5 Cent sowie eine Differenzierung der Regelleistungsvolumina nach dem Leistungsumfang der Praxen.

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