Versorgung im Notfall

Grünen-Gesundheitspolitiker fordert verpflichtende Wiederbelebungskurse

Janosch Dahmen, Bundestagsabgeordneter und Arzt, wirbt dafür, die Bevölkerung besser für den Umgang mit Herz-Kreislauf-Stillständen zu schulen. Übungen am Arbeitsplatz und an Schulen sollten verpflichtend werden.

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Berlin. Der Grünen-Gesundheitpolitiker Janosch Dahmen wirbt dafür, die Bevölkerung deutlich besser für die Wiederbelebung von Hilfsbedürftigen mit Herz-Kreislauf-Stillständen zu schulen. „Im Notfall zählt sprichwörtlich jede Sekunde, und es liegt in den Händen jeder Bürgerin und jedes Bürgers, sofort eine Herzdruckmassage einzuleiten“, sagte der Bundestagsabgeordnete und Arzt der Deutschen Presse-Agentur. Regelmäßige Übungen in Schulen und am Arbeitsplatz sollten daher überall verpflichtend werden. Nichts zu tun, sei die schlechteste Alternative.

„Jedes Jahr könnten durch zügige Laien-Wiederbelebungsmaßnahmen 10.000 Menschen mit einem außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand gerettet werden", sagte Dahmen, der am Freitag einen Aktionstag im Bundestag für Abgeordnete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu initiiert hat.

Mehr Defibrillatoren für Laien

„Aus meiner Zeit als Notarzt erinnere ich mich an zu viele tragische Fälle, bei denen jede professionelle Hilfe zu spät kam, weil vor Ort keine Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien durchgeführt wurden. Jeder Mensch kann mit seinen bloßen Händen ein Leben retten."

Dahmen mahnte auch mehr Möglichkeiten zum Einsatz von Defibrillatoren für Laien an - also Geräten, die bedrohliche Herzrhythmusstörungen mit elektronischen Impulsen beseitigen können. Sie müssten „genauso leicht zugänglich sein wie Feuerlöscher.“ Mit einer Verordnung solle daher eine Grundlage für eine höhere Verfügbarkeit im öffentlichen Raum etwa an Bahnhöfen und in Zügen geschaffen werden. Bisher seien Überlebenschancen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland deutlich schlechter als in vielen europäischen Nachbarländern. (dpa)

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