DSO

Im Stiftungsrat wachen jetzt Bund und Länder

Der öffentlich-rechtliche Charakter der eigentlich privatrechtlichen DSO wird mit dem neuen Stiftungsrat gestärkt. Vier der zwölf stimmberechtigten Mitglieder gehören nicht der Selbstverwaltung an.

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FRANKFURT/MAIN. Mit dem neuen Stiftungsrat ist die Neuaufstellung der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) einen Schritt vorangekommen.

Bund und Ländern haben nun Sitz und Stimme in dem 14-köpfigen Gremium. Das Gremium habe sich Ende August konstituiert, meldet die DSO.

Jeweils zwei stimmberechtigte Mitglieder entsenden das Bundesgesundheitsministerium und die Gesundheitsministerkonferenz der Länder. Aus Hamburg ist von der Gesundheitsbehörde Hildegard Esser, Abteilungsleiterin Gesundheit, entsendet worden. Zudem gehört der Ministerialrat Dr. Hans Neft aus dem bayerischen Gesundheitsministerium dem Gremium an.

Weitere Bänke im Stiftungsrat besetzen mit je zwei Mitgliedern die Deutsche Transplantationsgesellschaft e.V. mit dem Vorsitzenden Professor Wolf Otto Bechstein, die Bundesärztekammer mit dem Stellvertreten Vorsitzenden Professor Hans Lilie sowie die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband.

Die beiden Vertreter der Patientenverbände nehmen an den Sitzungen teil, sind aber nicht stimmberechtigt.

Interne Querelen waren Auslöser der Umstrukturierung

Der Interimsvorsitzende der DSO, Dr. Rainer Hess, war Anfang des Jahres mit dem Willen angetreten, die Struktur der Stiftung stärker öffentlich-rechtlich auszurichten. Der Stiftungsrat hat die Aufgabe, den Vorstand zu bestellen und zu überwachen.

Vorausgegangen waren der Neuaufstellung interne Querelen. Diese mündeten in anonymen E-Mails, in denen dem damaligen DSO-Vorstand Führung nach "Gutsherrenart" vorgeworfen wurde.

In einem vertraulichen Gutachten der BDO Wirtschaftsprüfungsgesellschaft war unter anderem von teuren Flugreisen oder von Ausgaben für die Ausstattung der neuen DSO-Zentrale in Höhe von 530.000 Euro die Rede, die ohne Genehmigung des Stiftungsrates erfolgt seien.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates hatte damals Vorwürfe mit der Begründung zurückgewiesen, das Gremium sei nicht in das operative Geschäft der DSO involviert gewesen.

Von der Neuausrichtung des Aufsichtsgremiums erhofft sich die DSO, sie werde "das Vertrauen in die Organspende und Transplantationsmedizin zusätzlich stärken". (fst)

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