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Tarifverhandlungen

Immer mehr Kliniken in Warnstreiks involviert

Nachdem Beschäftigte des öffentlichen Dienstes schon vielerorts ihrer Forderung nach mehr Geld Nachdruck verliehen haben, waren am Donnerstag viele hessische Krankenhäuser betroffen.

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Warnstreik auch im Helios Klinikum Schleswig. Im Eingangsbereich des Krankenhauses hängt das rote Streik-Plakat.

Warnstreik auch im Helios Klinikum Schleswig. Im Eingangsbereich des Krankenhauses hängt das rote Streik-Plakat.

© Torsten Sukrow/picture alliance/SULUPRESS.DE

Frankfurt/Offenbach. Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen ist es auch in Hessen zu ersten Warnstreiks gekommen. Der Schwerpunkt der Proteste lag am Donnerstag auf Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und einzelnen Trägern der sozialen Arbeit. „Die Leute stehen mit Abstand zusammen“, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi. „Die Stimmung ist gut. Die Leute sind sehr entschlossen.“ Mit der Frühschicht am Donnerstag waren Aktionen in Frankfurt und Offenbach angelaufen, erklärte die Sprecherin. Proteste sollte es zudem auch in Friedberg und Bad Nauheim geben.

Im niedersächsischen Verden nahmen am Donnerstag 130 bis 150 Bedienstete von Stadt und Landkreis an einem Warnstreik teil. Der Aufruf richtete sich vor allem an Beschäftigte der Stadt, der Sparkasse Verden und der Aller-Weser-Klinik, teilte Verdi mit. „Der Streikbedarf ist riesig“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. „Die Kolleginnen und Kollegen sind sauer.“ Man wolle aber wegen Corona die Mitglieder nicht zu zentralen Kundgebungen zusammenbringen.

In den vergangenen Tagen hatten bundesweit bereits Belegschaften für einen neuen Tarifvertrag mit verbesserten Konditionen demonstriert. Verdi fordert in den bundesweiten Verhandlungen ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben in den ersten zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Mit Warnstreiks will Verdi nun den Druck erhöhen. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Kliniken in Hamburg und Baden-Württemberg folgen

In Hamburg wollen am Freitag die Beschäftigten der Stadtreinigung und der Hamburg Port Authority (HPA) in den Warnstreik treten, sagte die Vizelandesbezirksleiterin der Gewerkschaft, Sieglinde Frieß, am Donnerstag. Am Samstag sind weitere Warnstreiks auf den Recyclinghöfen geplant, am Montag folgen dann Kliniken, Kitas, Einrichtungen der Behindertenhilfe und der sozialen Dienste.

In Baden-Württemberg sollen nach Protesten in Ulm und Ludwigsburg die Warnstreiks in der kommenden Woche auf Krankenhäuser ausgeweitet werden. Am Dienstag sollen zahlreiche Dienststellen im Landkreis Göppingen in den Warnstreik treten. Betroffen sind laut Verdi wieder Kitas, aber auch Krankenhäuser. (dpa)

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