Berufspolitik

In Hessen legen die Hausärzte deutlich zu

FRANKFURT/MAIN (ine). "Wir sind die Gewinner" jubeln die Hausärzte in Hessen. Bei den Kammerwahlen sind sie zwar wieder nur auf Platz drei gelandet, dafür haben sie vier Sitze dazugewonnen - "wir sind die einzige Fraktion, die so dazugelegt hat", sagt Hausärzte-Chef Dr. Dieter Conrad der "Ärzte Zeitung".

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Erstmals in der Geschichte der Landesärztekammer bildeten die Nichtwähler die absolute Mehrheit. Von den 30 034 wahlberechtigen Kammermitgliedern haben 12 576 ihre Stimme abgegeben. Mit 41,87 Prozent war die Wahlbeteiligung niedriger als im Jahr 2004 - damals betrug sie 50,17 Prozent.

Stärkste Fraktion in der neuen Delegiertenversammlung ist mit 19 Sitzen der Marburger Bund (MB) Hessen mit Frontfrau und Ärztekammerpräsidentin Dr. Ursula Stüwe. Im Jahr 2004 hatte der MB noch zwei Sitze mehr ergattert. Der Verband erklärt dies unter anderem mit der geringen Wahlbeteiligung. Viele potenzielle junge MB-Wähler seien ins Ausland abgewandert. Das habe Stimmen gekostet, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auf Platz zwei liegt die Liste der Fachärzte Hessen mit 16 Sitzen - damit haben sie ihr Ergebnis von der letzten Wahl gehalten. "Wir begrüßen das Wahlergebnis", sagt Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach der "Ärzte Zeitung". Auf die Frage, ob die Liste einen Vertreter für das Präsidium aufstellen will, nennt der Facharzt keine Namen, stellt die Mitarbeit in dem Gremium aber nicht in Frage. "Selbstverständlich wird die Liste entsprechend Ihrer Abgeordnetenzahl im Präsidium der Kammer vertreten sein", sagt von Knoblauch zu Hatzbach.

Auf Platz drei liegen die Hausärzte mit 15 Sitzen. "Wir haben 2202 Stimmen bekommen - und das trotz der geringen Wahlbeteiligung", freut sich Hausärztechef Dieter Conrad: "Das sind vier Sitze mehr. Damit haben wir uns deutlich gesteigert." Er freut sich auch über das gute Abschneiden der Ärztinnen-Liste Hessen. Die Liste ist mit acht Sitzen auf Platz vier gelandet. "Das ist unser offizieller Koalitionspartner", sagt Conrad. Für ihn ist das gute Abschneiden auch ein klarer Auftrag, aktiver in der Kammer mitzuarbeiten. Gegen Ende der letzten Legislaturperiode hatten die Ärzte aus Protest noch die Zusammenarbeit mit der Kammer niedergelegt. Nun soll die Arbeit mit Volldampf aufgenommen werden.

In den nächsten Wochen seien Gespräche über mögliche Koalitionen geplant - unter anderem auch mit den Fachärzten und dem Marburger Bund. Am 30. August tritt die neue Delegiertenversammlung erstmals zusammen. In der konstituierenden Sitzung wird dann auch das neue Präsidium gewählt.

STICHWORT

Vorläufige Wahlergebnisse

Platz 1: Marburger Bund Hessen (19 Sitze),

Platz 2: Fachärzte Hessen (16 Sitze),

Platz 3: Die Hausärzte (15 Sitze),

Platz 4: Liste Ärztinnen Hessen (8 Sitze),

Platz 5: Liste Demokratischer Ärztinnen und Ärzte, LDÄÄ, (7 Sitze),

Platz 6: Liste älterer Ärzte (5 Sitze),

Platz 7: Fachärzte 60+ (4 Sitze).

Mit je einem Sitz vertreten sind folgende Listen: Hartmannbund Hessen, NAV-Virchowbund, Neuromedizin Hessen, LNO - Liste der niedergelassenen Operateure, Ärzte für Hessen und Liste der Genossenschaften, Netze und Verbände.

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