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In Niedersachsen startet das Bündnis gegen Depression

HANNOVER (cben). Das Niedersächsische Bündnis gegen Depression ist am 1. Oktober in Hannover an den Start gegangen.

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Das Bündnis, das sich an dem Nürnberger Vorbild "Bündnis Depression" orientiert, will erreichen, dass Beratungsstellen, Ärzte, Kliniken, Psychotherapeuten und Selbsthilfegruppen enger zusammenarbeiten, um depressiven Patienten besser zu helfen.

Initiiert wurde das Bündnis von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und "Kibis", der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in der Region Hannover. Nach Schätzungen des Bündnisses sind rund 20 Prozent der Menschen in den industrialisierten Ländern im Laufe des Lebens einmal von Depressionen betroffen. Derzeit gelten etwa fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland als behandlungsbedürftig erkrankt, hieß es. In der Region Hannover sollen es 30 000 bis 50 000 Betroffene sein.

Obgleich eine adäquate Therapie bekannt sei, fänden aber nur zehn Prozent der Betroffenen den geeigneten Zugang. Teilweise liege es an der Scheu der Betroffenen, einen Arzt aufzusuchen, am fehlenden Erkennen der Erkrankung oder an unzureichender Geduld bei der Behandlung, aber auch an einem stigmatisierenden Umgang der Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen, hieß es.

Hier will das Bündnis ansetzen und die Erkrankung "aus der Tabuzone holen," sagte der Psychiater Dr. Detlef Dietrich von der MHH. Das Bündnis will durch Veranstaltungen, Vorträge oder Beratungsangebote über das Thema Depression und die Früherkennungs- und Behandlungsmöglichkeiten aufklären. Das Projekt wird wissenschaftlich evaluiert. Über diesen Zeitraum hinaus will das Bündnis die Vernetzung der in der Region Hannover professionell Tätigen erreichen und erkrankte Menschen langfristig besser versorgen.

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