KBV und Kliniken liegen im Clinch

BERLIN (ble). Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben sich in Berlin einen heftigen Schlagabtausch über die Patientenversorgung der Zukunft geliefert.

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KBV-Chef Dr. Andreas Köhler forderte auf der Veranstaltung "KBV kontrovers" am Donnerstag von der neuen Bundesregierung die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen für die Niedergelassenen. Bei Vergütung, Leistungsmengen, Investitionsmöglichkeiten und dem schnellen Einsatz von Innovationen würden Niedergelassene gegenüber Kliniken noch immer benachteiligt.

KBV-Vize Dr. Carl-Heinz Müller warnte die Krankenhäuser davor, die Regelung von Paragraf 116 b SGB V zur ambulanten Behandlung von seltenen schweren Erkrankungen für eine generelle Ausweitung ihrer Tätigkeiten in den ambulanten Bereich hinein zu nutzen. Wer zu welchem Zeitpunkt für die Behandlung eines Patienten zuständig sein solle, müsse klar definiert werden. Es gehe auch nicht an, dass sich Kliniken über angeschlossene MVZ je nach Bettenauslastung Patienten überwiesen oder Leistungen unvergütet in den ambulanten Bereich verlagerten.

Der Hauptgeschäftsführer der DKG Georg Baum kritisierte, dass sich die bundesweit 2100 Kliniken nicht langfristig auf Ermächtigungen von Ärzten verlassen könnten. Mit ihnen seien aber hohe Investitionskosten verbunden. "Krankenhäuser lassen sich nicht beliebig zu- und abschalten", sagte er.

Lesen Sie dazu auch: Müller fordert klare Regeln für Versorgung über Sektorengrenzen

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