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Pilotprojekt

Kasse wirbt für Online-Therapieprogramm gegen Depression

Das Online-Programm „Deprexis“ unterstützt depressive Menschen nach stationärer Therapie während der Wartezeit auf die ambulante Weiterbehandlung. Die BIG direkt gesund zieht ein positives Zwischenfazit.

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Ein Screenshot der Webseite von „Deprexis“.

Ein Screenshot der Webseite von „Deprexis“.

© Ärzte Zeitung

Dortmund. Aufgrund der positiven Erfahrungen in einem Pilotprojekt will die Krankenkasse BIG direkt gesund weitere Kassen davon überzeugen, die Kosten für „Deprexis“ zu übernehmen. Das Online-Therapieprogramm hat sich bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression nach dem Ende der stationären Therapie als Unterstützung während der Wartezeit auf die ambulante Weiterbehandlung bewährt.

Das Programm basiert auf den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und ist auf einen Einsatz von drei Monaten ausgelegt. Es kann von den Patienten allein oder mit Begleitung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten genutzt werden. Es soll ein bis zwei Mal in der Woche für jeweils mindestens 30 Minuten zum Einsatz kommen.

Jeder Zweite nimmt Angebot wahr

Seit über einem Jahr kooperiert die BIG mit der Dortmunder Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und Servier Deutschland, dem Vertreiber von „Deprexis“ beim erweiterten Entlassmanagement Psychiatrie.

Die Klinik wählt Patienten aus, die für das Programm in Frage kommen und empfiehlt ihnen die Nutzung. Sie werden zum Ende der stationären Behandlung im Umgang mit „Deprexis“ geschult.

„50 Prozent der Patienten nehmen das Angebot wahr“, berichtet Achim Beißel, Bereichsleiter stationäre Versorgung bei der BIG.

Nach seiner Erfahrung ist gerade bei psychischen Erkrankungen die Empfehlung durch die Behandler geeigneter als ein direktes Angebot durch die Krankenkasse. „Wenn der Arzt so etwas anbietet, haben die Patienten viel mehr Vertrauen.“

„Anerkanntes Tool“

Ziel der BIG ist es nach Angaben von Beißel, das Programm in allen LWL-Kliniken zu implementieren. Auch andere Krankenhäuser haben zunehmend Interesse. „Wir wollen jetzt möglichst viele weitere Krankenkassen davon überzeugen, mitzumachen.“ Die BIG übernimmt für drei Monate die Kosten für „Deprexis“ sowie die Information und Schulung der Patienten in der Klinik.

Das Programm ist wissenschaftlich evaluiert. „Es ist ein anerkanntes Tool, auch in der Behandlung“, sagt Beißel. Es solle die Behandlung durch Ärzte oder Psychotherapeuten ergänzen und nicht ersetzen, betont er.

In Westfalen-Lippe sieht er den großen Vorteil, dass das Online-Programm aufgrund einer Kooperation zwischen Servier und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe auch den niedergelassenen Psychiatern und Psychotherapeuten bekannt ist. Die KVWL hat Praxen Lizenzen für das Medizinprodukt zur Verfügung gestellt. (iss)

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