Gerade auf dem Land

Nachwuchsmangel macht Chirurgen Sorgen

Immer öfter können Chirurgen-Stellen nur mit ausländischen Ärzten besetzt werden; das Problem ist auf dem Land am größten. Die Fachgesellschaft schlägt deshalb Alarm.

Veröffentlicht:
Chirurgen bei einem Eingriff: Der Nachwuchsmangel bei Chirurgen sorgt ihre Fachgesellschaft.

Chirurgen bei einem Eingriff: Der Nachwuchsmangel bei Chirurgen sorgt ihre Fachgesellschaft.

© shefkate / stock.adobe.com

MÜNCHEN. Die Chirurgen in Deutschland warnen vor Nachwuchsmangel. Gerade auf dem Land fehle es längst nicht mehr nur an Hausärzten, sondern auch an Chirurgen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Matthias Anthuber.

„Viele periphere Krankenhäuser in weniger dicht besiedelten Regionen haben kaum noch eine Chance, Nachwuchs zu rekrutieren“, sagte Anthuber. „Wir brauchen aber auch eine gute Grundversorgung in weniger dicht besiedelten Gebieten, und diese ist in Gefahr.“

Schon jetzt gebe es in Notaufnahmen längere Wartezeiten für Patienten. Von Dienstag an befassen sich rund 5500 Teilnehmer des 136. Chirurgenkongresses in München mit der Zukunft des Faches.

Dankbarkeit für ausländische Kollegen

Oft könnten Stellen in Kliniken auf dem Land nur noch durch Ärzte aus dem Ausland besetzt werden, sagte Anthuber. „Wir müssen dankbar sein, dass wir diese Kollegen haben.“ Er schätze, dass in ländlichen Einrichtungen 60 Prozent der jungen Chirurgen in der Facharztausbildung aus europäischen Nachbarländern, Nordafrika, dem arabischen Raum, den ehemaligen GUS-Staaten oder Asien stammten.

Ein zunehmendes Problem sei damit auch die Kommunikation aufgrund von Sprachbarrieren. Angehende Mediziner aus Deutschland wollten nicht nur wegen der weniger attraktiven Lebensbedingungen ungern aufs Land, so Anthuber. Es gebe auch weniger Möglichkeiten zur Qualifizierung für den Facharzt in seiner gesamten Breite.

Eine Lösung für den ländlichen Raum wären Schwerpunkt- und Netzwerkbildungen lokaler und regionaler Kliniken. Die dann etwa 20 Kilometer längeren Wege zur geeigneten Klinik wären für die Patienten und ihre Angehörigen hinnehmbar, ist Anthuber überzeugt.

Chirurgie ist unattraktiv?

Grundsätzlich locke die Chirurgie im Krankenhaus wenig. „Die Arbeitsbelastungen sind hoch. Dazu kommt der Stress, der damit einhergeht und auch die Verantwortung, die man trägt, ist deutlich spürbar. Wir sehen, dass die Leute dem mehr und mehr ausweichen“, sagte Anthuber. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Veränderung bedeutet nicht immer Verlust

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Roboter-assistiertes Operieren: von Pionieren lernen

© 2024 Intuitive Surgical Operations Inc.

Operationstechnik

Roboter-assistiertes Operieren: von Pionieren lernen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Intuitive Surgical Deutschland GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Online-Umfrage

Sind Schwangere mit Vorerkrankungen in Deutschland gut versorgt?

Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht