Krankenkassen

Nicht-medikamentöse Verfahren sollten in Innovationszentren getestet werden

Patientensicherheit muss bei Einführung von Innovationen absolute Priorität haben, sagt Doris Pfeiffer vom GKV-Spitzenverband.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Neue und innovative nicht-medikamentöse Verfahren sollten vor einer generellen Einführung zunächst von Experten in spezialisierten Innovationszentren evaluiert werden. Das hat die Vorsitzende des GKV Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, beim bayerischen BKK-Tag in München gefordert.

Bei der Einführung von neuen nicht-medikamentösen Methoden in den GKV-Leistungskatalog habe die Sicherheit der Patienten oberste Priorität, betonte Pfeiffer. Sie dürfe den Interessen der Hersteller an einer schnellstmöglichen Einführung von Produktinnovationen nicht geopfert werden, erklärte sie mit dem Hinweis auf das Schadenspotenzial von Behandlungsverfahren wie Robodoc in der Hüftgelenksendoprothetik, das erst erkannt worden sei, nachdem bereits viele Patienten damit behandelt worden waren.

Innovative Verfahren, deren Nutzen noch nicht belegt ist, gehörten daher in die Hand von Experten an spezialisierten Innovationszentren. Das könnten Krankenhäuser aber auch spezialisierte Einrichtungen im ambulanten Bereich sein, erläuterte Pfeiffer. Die Innovationszentren sollten das jeweilige Verfahren in Studien evaluieren.

Wenn ein solches Innovationszentrum nachweisen könne, dass es dafür von der personellen und ausstattungstechnischen Seite her geeignet ist, werde die gesetzliche Krankenversicherung die in diesem Zusammenhang entstehenden Aufwendungen für die Patientenversorgung finanzieren, erklärte Pfeiffer. Aufgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses sei es dann, die Studienergebnisse zu bewerten und darüber zu entscheiden, ob das Verfahren für eine flächendeckende Versorgung zulasten der GKV geeignet ist.

Bei der Beurteilung von Innovationen sollte künftig stärker die Sicht der Patienten und nicht die der Hersteller im Vordergrund stehen, erklärte Pfeiffer. Erst wenn der Nutzen nachgewiesen und die Sicherheit der Patienten gewährleistet sei, stelle sich die Frage nach den Kosten.

Mehr zum Thema
Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Tendenz weiter nach oben: Mit bis zu 400.000 Infektionen durch Omikron pro Tag rechnen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler (l.).

© Wolfgang Kumm / dpa

Neue Testverordnung

PCR-Tests: Details zur Priorisierung kommen nächste Woche

Für Frauen gelten andere Impfregeln als für Männer, etwa beim Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Djomas / stock.adobe.com

Neue STIKO-Empfehlungen

Welchen Impfschutz junge Frauen brauchen

Erst lokale Modellprojekte zur Grippeimpfung, jetzt bundesweit mit COVID-Vakzinen am Start: Die Apotheker haben erfolgreich einen Fuß in die ambulante Versorgung gesetzt.

© David Inderlied/picture alliance

Impfkampagne

Apotheker ready für die Corona-Impfung to go