Nordrhein plädiert für mehr Einfluss bei Spezialärzten

Einigkeit bei Delegierten in Nordrhein: Keine Verschiebung von Honorar in die spezialärztliche Versorgung.

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Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke: "Wir müssen den Verhandlungspartnern ein klares Signal geben"

Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke: "Wir müssen den Verhandlungspartnern ein klares Signal geben"

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DÜSSELDORF (iss). Die Patienten in Nordrhein-Westfalen dürfen nicht länger benachteiligt werden. Für ihre ambulante und stationäre Versorgung muss genau so viel Geld zur Verfügung stehen wie in anderen Bundesländern, fordert die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo).

"Die Menschen in NRW sind nicht weniger auf eine verlässliche Versorgung angewiesen als die Menschen in Bayern oder Berlin", heißt es in einer Resolution, die von den Delegierten am Samstag einstimmig verabschiedet wurde.

Bundesweite Vergütungsgerechtigkeit

Auch der frisch gewählte ÄKNo-Präsident Rudolf Henke sieht den Einsatz für eine bundesweite Vergütungsgerechtigkeit als eine zentrale Herausforderung in seinem neuen Amt.

"Die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen sind in ganz Deutschland einheitlich. Da ist es nicht einzusehen, warum die Versorgung der Menschen in einem Bundesland weniger wert sein sollte als in einem anderen", sagte Henke der "Ärzte Zeitung".

Er werde sich dafür stark machen, dass die schwere Beeinträchtigung des Leistungsniveaus in NRW durch die unterdurchschnittliche Vergütung der Vertragsärzte und den niedrigen Landesbasisfallwert für die Klinken überwunden wird, kündigte er an.

Vergütung für neuen Sektor darf haus- oder fachärztliche Honorare nicht beeinträchtigen

Auch auf einem weiteren Gebiet will sich die ÄKNo in das laufende Gesetzgebungsverfahren einschalten: bei der geplanten spezialfachärztlichen Versorgung. "Wir müssen den Verhandlungspartnern ein klares Signal geben, dass die Vergütung für den neuen Sektor weder die hausärztlichen Honorare noch die Honorare für die fachärztliche Grundversorgung beeinträchtigen darf."

Der Bereich solle schließlich dazu beitragen, die Integration der Sektoren zu fördern. "Dann muss man die Kooperationsmöglichkeiten auch so gestalten, dass gar nicht erst der Verdacht entsteht, manche Bereiche sollten auf diesem Weg ausgetrocknet werden", sagte Henke.

ÄKNo-Vizepräsident Bernd Zimmer betonte, die spezialfachärztliche Versorgung müsse so organisiert werden, dass es weder ruinösen Wettbewerb noch Doppelstrukturen gibt.

"Um sektorübergreifenden Sachverstand einbringen zu können, müssen wir, die Ärztekammern, angemessen beteiligt werden", forderte Zimmer. Er begrüßte, dass in Nordrhein-Westfalen ein Gremium zur sektorübergreifenden Koordinierung der Versorgungsstrukturen eingerichtet werden soll.

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